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Loblied auf den Kämmerer

Loblied auf den Kämmerer
Der Willicher FDP-Vorsitzende Christoph Maethner mit seinen Parteifreunden Hans-Joachim Donath, Ellen Roidl-Hock, Thomas Brand, Ralf Klein, Karl-Heinz Koch und Franz-Josef Stapel (v.l.). FOTO: Schütz
Stadt Willich. Mit einem Pressegespräch ist die Willicher FDP ins Neue Jahr gestartet. Dabei spannte sich der Bogen vom Ausstieg der FDP aus der geplanten Jamaika-Koaltion im Bundestag über die Dezernentennachfolge in der Stadtverwaltung bis hin zur Willicher Verkehrspolitik. Von Lutz Schütz

Nachträglichen Applaus von seinen Willicher Parteifreunden hat FDP-Chef Christian Lindner für den Ausstieg aus den Verhandlungen für eine Schwarz-Gelb-Grüne Koalition in Berlin erhalten. Im Übrigen halten die Willicher Freien Demokraten Neuwahlen für eine bessere Lösung als eine Wiederbelebung der großen Koalition von CDU und SPD.

Auch die strategische Zusammenarbeit von CDU und Grünen in Rat und Ausschüssen der Stadt Willich sehen die FDP-ler sehr kritisch. Dabei gehe es ausschließlich um Personalfragen. Der Fraktionschef der Grünen Dr. Raimund Berg wolle sich so die Nachfolge von Kämmerer Willy Kerbusch sichern. „Dafür fehlt Berg die unternehmerische Qualität. Er verzettelt sich in Details und sieht das große Ganze nicht“, fällt FDP-Fraktionschef Hans-Joachim Donath ein hartes Urteil. Ganz anders fällt das Loblied der Freien Demokraten auf Kerbusch aus. Ihm und seinem Verhandlungsgeschick, gerade auch als Geschäftsführer der Grundstücksgesellschaft, habe die Stadt Willich viele positive Entwicklungen zu verdanken.

Neben diesem „Leuchtturm“ würden aber die anderen Mitglieder der Verwaltungsspitze inklusive Bürgermeister Josef Heyes verblassen. Deshalb müsse die Stadt alle Dezernentenstellen zukünftig öffentlich ausschreiben. Auch die Beigeordnete Brigitte Schwerdtfeger, deren Amtszeit dieses Jahr endet, müsse sich dem Wettbewerb mit anderen Kandidaten stellen.

Vor allem müsse aber für das Technische Dezernat eine Führungskraft gefunden werden, die es endlich schaffe, Bauleitung und Bauordnung sowie Wirtschaftsförderung unter einen Hut zu bringen. Zudem wirft die FDP der noch amtierenden Dezernentin Martina Stall eine verfehlte, ideologisch gefärbte Verkehrspolitik vor, die sich beispielsweise in Wekeln zeige.

Dem Haushaltsentwurf von Kämmerer Willy Kerbusch habe die FDP trotz Bedenken wegen der vielen Wahlgeschenke der CDU letztlich zugestimmt, weil er eine Schuldenbremse (auf Antrag der FDP) und einen Entschuldungsplan enthalte. In den vergangenen sieben Jahren hätten sich die Schulden der Stadt nahezu verdoppelt. Das sei eine erschreckende Entwicklung. Gerade wegen der derzeit guten Konjunktur müsste Vorsorge für schlechtere Jahre getroffen werden. Sparen könne die Stadtverwaltung vor allem durch interkommunale Zusammenarbeit bei den hoheitlichen Aufgaben mit benachbarten Städten. Dafür würden sich neben den Städten im Kreis Viersen auch Kaarst und Meerbusch und sogar K

refeld anbieten.

(StadtSpiegel)