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Eine heiße „Feuerzangenbowle“

Eine heiße „Feuerzangenbowle“
Viel Spaß bei der Premiere von „Die Feuerzangenbowle“ hatte nicht nur das Ensemble. Für die tolle Darbietung gab es auch viel Beifall vom Publikum. FOTO: Max
Neersen (max). Es blieb trocken am vergangenen Samstag bei der Premiere der „Feuerzangenbowle“. Zur Freude von Intendant Jan Bodinus der knapp 500 Zuschauer auf der Freilichtbühne der Schlossfestspiele Neersen begrüßen konnte. Von Kellys Grammatikou

Die Inszenierung des Ensembles der Neersener Festspiele lehnt sich dabei stark an den Film „Die Feuerzangenbowle“ mit Heinz Rühmann aus dem Jahr 1944 an.

Zum Inhalt: Der Schriftsteller Dr. Pfeiffer erntet in einer Herrenrunde das Mitleid seiner Freunde, weil er sein Abitur im Privatunterricht „gebaut“ hat, nie auf einem öffentlichen Gymnasium war und somit die schöne Schulzeit mit Paukern, Streichen und Abenteuern mit Mitschülern verpasst hat. Kurzerhand meldet sich Pfeiffer mit falschen Papieren am Gymnasium der Kleinstadt Babenberg an um versäumtes nachzuholen.

Die Rolle des Hans Pfeiffer (mit drei f) wurde mit Gideon Rapp besetzt, der zuletzt als der gestiefelter Kater geglänzt hatte und spätestens seit „Pension Schöller“ als der Shooting-Star des Ensembles gilt.

Unter seinen neuen Klassenkameraden findet Pfeiffer schnell Freunde, insbesondere Knebel (Sebastian Teicher) und Ackermann (Stefan Henaku-Grabski) sind zugänglich für die Streiche, die sich Pfeiffer ausdenkt.

Mit dem Lehrpersonal um Direktor Knauer (Hein-Hermann Hoff) haben die Schüler viel Spaß, dazu tragen natürlich „Dampfmaschien“ Professor Bömmel (Sven Post) und Chemielehrer Professor Crey (Jan-Christof Kick) bei, der sich mit den Schülern einen glänzenden Schlagabtausch liefert, als es gilt, die legendäre Szene mit der Alkoholverköstigung zu inszenieren. Und nicht zuletzt ist da natürlich die entzückende Referendarin Eva Knauer (Sarah Elena Timpe), die sowohl Schülern als auch Lehrern den Kopf verdreht. Die zweistündige Laufzeit der Neersener „Feuerzangenbowle“ entlockt den Zuschauern immer wieder freudiges Gelächter und erhält am Ende verdienten Beifall.

Letzten Endes kann sich Intendant und Regisseur Jan Bodinus für das Kunststück auf die Schulter klopfen, den Spagat zwischen der bekannten Filmvorlage und der Umsetzung auf die Freilichtbühne geschafft zu haben. Die Gefahr, nicht aus dem Schatten der großen Vorlage treten zu können oder durch den Bekanntheitsgrad an Spontanität zu verlieren, wischen die glänzend aufgelegten Schauspieler locker vom Tisch.

(StadtSpiegel)