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„Wir dürfen Kevin nicht alleine las sen“

„Wir dürfen Kevin nicht alleine las sen“
Ein kleiner Pieks kann Leben retten. FOTO: benjaminnolte
Stadt Willich. Der fünfjährige Kevin aus Willich ist an Blutkrebs erkrankt. Seine einzige Überlebenschance ist eine Stammzelltransplantation. Eine Typisierungsaktion ist am 31. Januar geplant. Willicher sind aufgerufen zu helfen. Von Kellys Grammatikou

Bisher konnte weltweit kein passender Stammzellspender gefunden werden. Um ihm und anderen Patienten zu helfen, veranstaltet die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH am Samstag, den 31. Januar 2015 eine Registrierungsaktion in der Gaststätte Krücken in Willich. Bürgermeister Josef Heyes übernahm die Schirmherrschaft und ruft zur Teilnahme auf: „Wir dürfen Kevin nicht alleine lassen! Jeder kann helfen: Wer gesund und zwischen 18 und 55 Jahre alt ist, darf sich als Spender registrieren lassen und jeder kann Geld spenden, um die Typisierungen finanziell zu ermöglichen.

Ein fröhlicher Junge

Kevin ist ein fröhlicher kleiner Junge. Er singt viel, liebt Spaghetti mit Tomatensauce und spielt leidenschaftlich gern Fußball. Er ist Borussia Dortmund-Fan, doch sein großes Idol spielt beim FC Bayern-München: „Wenn ich groß bin, möchte ich Torwart werden und so sein, wie Manuel Neuer. Er ist der weltbeste Fußballer“, schwärmt der Fünfjährige. Doch im Moment ist an Ballsport überhaupt nicht zu denken. Kevin liegt schon seit vielen Wochen im Krankenhaus und kämpft tapfer gegen seine lebensbedrohliche Krankheit: Er hat Blutkrebs. Diese schlimme Zeit vertreibt er sich mit seinem Freund „Pingi“. Der Stoffpinguin ist sein treuer Wegbegleiter und engster Vertrauter: „Ich will ihm alles zeigen. Wenn ich wieder gesund bin, nehme ich ihn auch mit in den Zoo und zum Hasen füttern bei Opa!“ Doch damit muss Kevin noch warten. Die Chemotherapie konnte den Blutkrebs nicht besiegen. Kevin benötigt jetzt dringend eine Stammzelltransplantation. Der Fünfjährige kann nur überleben, wenn es – irgendwo auf der Welt – einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen im Blut gibt, der zur Stammzellspende bereit ist. Doch wie findet man einen solchen Spender? Es kommt nur sehr selten vor, dass zwei Menschen nahezu identische Gewebemerkmale haben. Im günstigsten Fall liegt die Wahrscheinlichkeit bei 1: 20.000, bei seltenen Gewebemerkmalen findet sich eventuell unter mehreren Millionen kein ’genetischer Zwilling’. Die Suche ist aber auch deshalb so schwer, weil noch immer viel zu wenig Menschen als potenzielle Stammzellspender zur Verfügung stehen. Denn: Wer sich nicht in eine Spenderdatei aufnehmen lässt, kann nicht gefunden werden.

Suche bisher erfolglos

Bislang war die weltweite Suche nach einem passenden Stammzellspender für Kevin erfolglos. Freunde und Familie setzen deshalb alle Hebel in Bewegung, um zu helfen. Gemeinsam mit der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei organisieren sie eine Registrierungsaktion. Als Bürgermeister Josef Heyes von Kevins Schicksal erfuhr, übernahm er, ohne zu zögern, die Schirmherrschaft für die Aktion: „Ich hoffe, dass möglichst viele Menschen aus der Region die Gewebemerkmale ihres Blutes bestimmen lassen. Jeder, der sich als potenzieller Stammzellspender in die DKMS aufnehmen lässt, ist eine weitere Chance für Patienten weltweit und kann vielleicht schon morgen zum Lebensspender werden. Wir

dürfen Kevin nicht alleine lassen!“

Typisierungsaktion

Die Aktion findet statt am:

Samstag, 31. Januar 2015,

von 11 bis 17 Uhr, in der Gaststätte Krücken

Peterstraße 56, in Willich

Mitmachen kann grundsätzlich jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 55 Jahren. Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut abgenommen, damit seine Gewebemerkmale bestimmt (typisiert) werden können. Spender, die sich bereits in der Vergangenheit bei einer Aktion registrieren ließen, müssen nicht erneut an der Aktion teilnehmen. Ihre Daten stehen weiterhin für alle Patienten zur Verfügung.

Genauso wichtig ist auch die finanzielle Unterstützung der Aktion. Die Registrierung und Typisierung eines Spenders kostet die DKMS 50 Euro. Als gemeinnützige Gesellschaft ist die DKMS bei der Spenderneugewinnung allein auf Geldspenden angewiesen. Um die geplante Aktion überhaupt durchführen zu können, ist jede finanzielle Hilfe willkommen! Jeder Euro zählt!

(StadtSpiegel)