| 11.42 Uhr

Ziemlich beste Freunde !

Stadt Willich. Es ist eine wunderbare Harmonie, wenn man die Schauspieler der Schlossfestspiele Neersen sieht. Denn: Wie es scheint, sind sie auch privat „Ziemlich beste Freunde“. Und dass das auch stimmt, davon können sich die Zuschauer bei der Premiere am Samstag überzeugen. Von Lutz Schütz

Es ist ein Stück mit Tiefgang und viel Humor: Am kommenden Samstag, 18. Juni, startet auf der Bühne der Schlossfestspiele Neersen das Stück „Ziemlich beste Freunde“ – hoffentlich trockener als die Premiere des Familien- und Jugendstücks „Der gestiefelte Kater – Schreck lass nach“. Dort wurden nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Schauspieler so richtig nass. Aber egal wie auch der Wettergott am kommenden Samstag gelaunt sein mag, ein Besuch lohnt sich allemal. „Es wird gut zwei Stunden gehen“, sagt Intendant und Regisseur des Stücks Jan Bodinus. Auf der Bühne werden die aus Film und Fernsehen bekannten Schauspieler Pierre Sansoussi-Bliss und Matthias Freihof die Rollen der Hauptpersonen übernehmen. Der Sozialhilfeempfänger Driss, gerade aus dem Gefängnis entlassen, bewirbt sich unfreiwillig auf eine Stelle als Pflegekraft bei dem querschnittsgelähmten, wohlhabenden Philippe. „Er lebt wie in einem goldenen Käfig“, sagt Jan Bodinus. „Wie ein rohes Ei behandeln sie ihn – was dazu führt, dass er seelisch verkümmert. Er sehnt sich nach Abwechslung.“ Und die wird er mit Pierre Sansoussi-Bliss als Driss auch bekommen. Und wie. Mit seiner lockeren, einfach anderen Art stellt er das Leben des Millionärs auf den Kopf. Das Schwierige für Matthias Freihof: „Die Arbeit mit dem Rollstuhl.“ Eigentlich, so Freihof, sei er auf der Bühne daran gewöhnt, viel mit seinen Händen und Beinen zu arbeiten. Als Rollstuhlfahrer in dem Stück „Ziemlich beste Freunde“ kann er das nicht. „Die schauspielerischen Mittel werden schon minimiert.“ Eine große Herausforderung sei es gewesen. Es bedurfte immer viel Konzentration, den Körper ruhig zu halten. „Und nach den Proben musste ich erst einmal direkt vier Kilometer gehen.“ Gut zweieinhalb Monate wird das Stück in Neersen zu sehen sein. Karten gibt es noch, die Premiere ist allerdings bereits ausverkauft.

(StadtSpiegel)