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Stromautobahn streift Willich

Stromautobahn streift Willich
Auf diesem Kartenausschnitt von Amprion sind die beiden möglichen Trassen und ihre Führung durch Willich gut zu erkennen. Der Volltontrasse gibt Amprion den Vorzug. Karte: Amprion
Der Dortmunder Netzbetreiber Amprion hat jetzt den Vorzugskorridor für die Gleichstromverbindung A-Nord zwischen Emden an der Nordsee und Meerbusch-Osterath vorgestellt. Von Lutz Schütz

Stadt Willich (stz).

Für die Willicher sind vor allem die letzten Kilometer der Trasse interessant. Ursprünglich sollte die Leitung mitten durch das Stadtgebiet gehen (straffierte Trasse). Von St. Tönis kommend sollte sie östlich von Anrath und Vennheide verlaufen und dann so abknicken, dass sie genau zwischen Schiefbahn und Willich entlang führt. Nach Protesten aus Willich (auch von der Stadt) gibt Amprion nun einer andere Trasse (Vollton) den Vorzug. Von St. Tönis kommend soll diese in Höhe der Holterhöfe die A 44 queren und dann direkt an der Autobahn entlang bis zum Bereich Hoxhöfe verlaufen. Von hier aus soll die Stromleitung dann Richtung Süden von Meerbusch-Osterath abknicken, wo sich das Umspannwerk befindet.

Der rund 300 Kilometer lange Vorzugskorridor für die ca. 24 Meter breite Erdkabeltrasse läuft von Niedersachsen kommend durch das Münsterland auf den Rhein zu und steuert durch den westlichen Niederrhein am Ruhrgebiet vorbei Richtung Meerbusch-Osterath an. Dort wird das Gleichstromvorhaben A-Nord mit der Hybridfreileitung Ultranet verbunden. Beide Projekte bilden den Korridor A und damit eine der Hauptschlagadern der Energiewende.

Über diese Stromautobahn soll künftig Windstrom von der Nordsee in die Verbrauchszentren im Rhein- und Ruhrgebiet und weiter nach Baden-Württemberg transportiert werden. „Mit dem Vorzugskorridor schlagen wir die Strecke vor, die nach jetzigem Stand die raumordnerischen und umweltfachlichen Kriterien am ausgewogensten berücksichtigt. Zudem ist es auch der Weg, der sich unserer Meinung nach bautechnisch am besten umsetzen lässt“, sagt A-Nord-Projektleiter Klaus Wewering.

Den Vorzugskorridor reicht Amprion im März bei der Bundesnetzagentur ein. Dazu stellt Amprion einen Antrag auf Bundesfachplanung, die vergleichbar ist mit einem Raumordnungsverfahren. In den Antragsunterlagen zeigt Amprion aber nicht nur den Vorzugskorridor, sondern auch alle in Frage kommenden Alternativen auf. Zu der Planung können Träger öffentlicher Belange und Privatpersonen auf sogenannten Antragskonferenzen Stellung nehmen. Als Ergebnis der Antragskonferenzen legt die Bundesnetzagentur dann fest, welche Trassenkorridore von Amprion noch einmal im Detail zu untersuchen sind. Auf diese Untersuchung folgt schließlich die formelle, öffentliche Beteiligung, an deren Ende die Genehmigungsbehörde den finalen Korridor festlegt. Mit diesem Beschluss rechnet Amprion erst im Jahr 2019.

(StadtSpiegel)