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Schau über Winterbräuche

Schau über Winterbräuche
Sternsinger, Martinslaternen, die Heiligen drei Könige und Weckmann auf dem Brauchtumsfenster der St. Vitus-Kirche Oedt.
Kreis Viersen. Nikolaus, Silvester oder Drei-Könige – und über allem strahlt das Weihnachtsfest. Kaum eine Zeit des Jahres ist so mit kirchlichen Feiertagen gespickt wie die Wintermonate. Verbunden mit den Festtagen sind zahlreiche Bräuche, Traditionen und Gepflogenheiten. Von Lutz Schütz

Das Niederrheinische Freilichtmuseum des Kreises Viersen dokumentiert nun fünf dieser Winterbräuche aus der Region in einem Film. „Kalte Tage, raue Nächte – Winterbräuche am Niederrhein“ ist noch bis zum 7. Februar 2016 täglich im Pädagogikraum des Eingangsgebäudes, Am Freilichtmuseum 1 in Grefrath, zu sehen. Der Film läuft in Dauerschleife.

Dargestellt werden der Martinszug in Dülken, der Nikolaustag in Mönchengladbach-Hardt, das traditionelle Weihnachtsfest einer Familie aus Neukirchen-Vluyn, das Neujahrsfest im Raum Viersen sowie das Sternsingen in der Gemeinde Grefrath. Zudem greift der Film traditionelle und heute kaum noch gepflegte Neujahrsbräuche wie das Neujahrsschießen, den Neujahrsbrief und das Neujahrsgebäck auf. „Solche Bräuche strukturieren nicht nur das familiäre Leben, sondern prägen die gesamte Kulturgeschichte am Niederrhein“, sagt Ingo Schabrich, Dezernent des Kreises Viersen.

Für Kevin Gröwig, kommissarischer Leiter des Freilichtmuseums, ist wichtig, die Bräuche dokumentarisch festzuhalten: „Immer wieder kommt es vor, dass ein Brauch nicht mehr aktiv gepflegt wird. Dann bleibt er im besten Falle in Form mündlicher oder schriftlicher Überlieferungen erhalten – häufig geht er aber verloren.“

In „Kalte Tage, raue Nächte“ kommen Niederrheiner in Interviews zu Wort. Dabei berichten zehn Personen – vom Kind bis zur Professorin – über ihren Brauch an den Feiertagen. Idee und Drehbuch zum Film stammen vom Team des Niederrheinischen Freilichtmuseums. Das Medienbüro Müller-Bringmann aus Mönchengladbach hat die technische Ausführung unterstützt.

Die Aktion auf dem Museumsgelände in Grefrath ist Teil der Ausstellungsreihe „himmelwärts“ des Kulturgeschichtlichen Museumsnetzwerks Niederrhein. In Ergänzung zum Interviewfilm zeigt das Niederrheinische Freilichtmuseum einzelne Ausstellungsstücke, die exemplarisch für jeweils einen von insgesamt acht verschiedenen Winterbräuchen stehen. Überragt wird die Schau von einem etwa drei Meter hohen Abbild der Brauchtumsfenster der St. Vitus Kirche in Oedt.

(Report Anzeigenblatt)
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