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Polizist erhält Bauchschuss

Polizist erhält Bauchschuss
Normalerweise trägt ein Polizist die Waffe – auch vor einer Übung – mehrfach gesichert im Holster. Foto: Farbkombinat/Fotolia
Vor einem Einsatztraining von Polizeibeamten aus dem Kreis Viersen ist am 20. September ein Beamter durch einen Schuss in den Bauch lebensgefährlich verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft Krefeld geht nach bisherigem Ermittlungsstand von einem Unfall aus. Von Lutz Schütz

Stadt Willich (hei).

Die Staatsanwaltschaft hatte nicht von sich aus – „proaktiv“ wie es in der Fachsprache heißt – von dem Vorfall berichtet, auf Nachfrage aber den Sachverhalt bestätigt. Bei dem Gelände, in dem das Einsatztraining stattfand, handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um ein Bundeswehrdepot an der Krefelder Straße in Alt-Willich, das sich zurzeit in der Abwicklung befindet und aufgelöst wird.

Polizeibeamte müssen regelmäßig vier Mal im Jahr den Waffengebrauch trainieren. Nicht nur der Treffsicherheit wegen, sondern auch, um im Ernstfall – möglicherweise unter enormen Stress – schnell die richtige Entscheidung treffen zu können.

Zwei Einsatztrainer schulen die Beamten. In diesem Fall gab einer der beiden, ein 36-Jähriger, den Schuss, der seinen Kollegen in den Bauch traf, mit seiner Dienstwaffe ab. Die genaueren Umstände sind noch Gegenstand der weiteren Ermittlungen, der Stand am gestrigen Dienstag war, dass von einem Unfall auszugehen ist.

Der letzte Dienstwaffengebrauch der Polizei im Kreis Viersen liegt schon mehr als sechseinhalb Jahre zurück. Ende Januar 2010 wurde ein Polizist in Süchteln durch einen Familienvater mit einem Messer bedroht. Beim Zurückweichen vor dem Angreifer löste sich aus der Pistole des Polizisten ein Schuss und traf den Angreifer im Gesäßbereich.

Der in Willich verletzte Beamte ist außer Lebensgefahr, wurde aber aufgrund seines Gesundheitszustandes noch nicht befragt.

(StadtSpiegel)