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Papst entlässt Pfarrer K.

Papst entlässt Pfarrer K.
Der Ex-Pfarrer Georg K., ein gebürtiger Willicher, stellte sich auch bei seinem Auslandseinsatz in Südafrika gern als Freund der Kinder dar. FOTO: Caplio R1 User
Stadt Willich. Nach Prüfung der Akten durch die römische Glaubenskongregation und einem Entlassungsgesuch des Priesters hat Papst Franziskus die Laisierung von Pfarrer Georg K. veranlasst. Von Lutz Schütz

Auch im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit bekräftigt der Papst damit seine Null-Toleranz-Haltung in der katholischen Kirche bei erwiesenen Fällen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Priester oder kirchliche Mitarbeiter. „Wir begrüßen, dass der kirchenrechtliche Prozess verhältnismäßig schnell abgeschlossen werden konnte“, betont Dr. Andreas Frick, Ständiger Vertreter des Diözesanadministrators. „Von Herzen wünsche ich den betroffenen Opfern, dass der Abschluss des strafrechtlichen Verfahrens und die Entlassung aus dem Priesteramt bei der Verarbeitung des erlittenen Leids hilft. Wir werden weiterhin das uns Mögliche tun, hierbei zu helfen“, so Frick weiter.

Am 6. Februar 2015 hatte das Landgericht Krefeld Pfarrer K., der aus Willich stammt, zu sechs Jahren Haft wegen sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen und Kindern (21 Fälle) sowie schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in vier Fällen (darunter sein elfjähriges Patenkind) verurteilt. Der Missbrauch erfolgte während seiner Zeit als Pfarrer in Lobberich (bis 2006). Auch in Südafrika, wo der Priester zuletzt im Auftrag der Auslandsseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzt war, waren Strafverfahren wegen Missbrauchs von Kindern gegen ihn eröffnet worden. Sie wurden eingestellt, nachdem K. seine Taten in Deutschland selbst angezeigt hatte und nachdem Prozessunterlagen spurlos verschwanden.

Für die Opfer in Südafrika wird es deshalb keine Gerechtigkeit geben. Das kritisiert Johannes Heibel, Vorsitzender der Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V.: „Damit braucht die Kirche sich nicht mehr mit der Aufklärung, der Schuldfrage und möglichen Konsequenzen für diejenigen zu beschäftigen, die K. zumindest begünstigt und die Opfer ignoriert haben. Die Sache ist damit vom Tisch.“ Die Opfer in Südafrika würden bis heute auf einen angemessenen finanziellen Ausgleich für das erlittene Leid und deren Folgen warten. Von den vier betroffenen Familien sei nur eine Familie auf das späte, spärliche Hilfsangebot, des Bistums Aachen eingegangen und wurde mit 2 000 Euro abgefertigt.

Mit dem Abschluss des kirchenrechtlichen Verfahrens und der Entlassung aus dem Klerikerstand ist der Verlust aller mit der Priesterweihe übertragenen Rechte und Pflichten zur Ausübung des priesterlichen Dienstes verbunden. Das heißt, Georg K. darf keine priesterlichen Handlungen mehr ausüben, und ihm kann kein Amt übertragen werden, das die Priesterweihe voraussetzt.

Mit der Entlassung aus dem Klerikerstand endet die Fürsorge- und Versorgungsverpflichtung, die der Bischof mit dem Tag der Priesterweihe für einen Priester übernimmt.

(Report Anzeigenblatt)
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