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Nichts geht über „live“

Nichts geht über „live“
Sabine Mroch, Lehrerin am Berufskolleg und CDU-Politikerin, ist neue Vorsitzende des Vereins Festspiele Schloss Neersen. FOTO: Stadt
Stadt Willich. Sabine Mroch heißt die neue Vorsitzende an der Spitze des Neersener Festspielvereins: Einstimmig wurde sie jetzt bei der Mitgliederversammlung des Vereins zum Nachfolger des aus Gesundheitsgründen nicht mehr zur Verfügung stehenden Hans Kothen gewählt. Von Lutz Schütz

Die „Neue“ an der Spitze des Fördervereins der Schlossfestspiele stellte sich unmittelbar nach der Wahl zu einem Interview.

Man hat Sie ja schon oft auf der Tribüne vor dem Schloss gesehen – sind Sie ein ausgesprochener Theater-Fan?

Sabine Mroch: Das kann man wohl so sagen – und mein Interesse am Theater wurde wirklich schon früh, in meiner Kindheit, geweckt. Zum Beispiel war für mich mit das Aufregendste in der Adventszeit Jahr für Jahr der Besuch des Weihnachtsmärchens im Krefelder Stadttheater.

Und das hat Spuren hinterlassen… ?

Zumal ich Dank eines – so oft zu Unrecht belächelten – Theaterabos als Jugendliche alle Sparten des Theaters kennen und wertschätzen lernte. Da habe ich früh begriffen: Nichts geht über „live“. Und das gilt für mich bis heute. Das konzentrierte geistige und emotionale „Mitgehen“ während eines Theaterbesuchs ist durch noch so gut gemachte, mediale Konserven einfach nicht zu toppen.

Wie ging Ihre Beziehung zum Theater weiter?

Es gab schon eine kleine Zäsur: In der turbulenten Lebensphase mit kleinen Kindern und Beruf fehlte mir – neben genügend Schlaf – wohl am meisten das Theater. Und es hat mir richtig gefehlt…

Da kamen die Schlossfestspiele gerade recht?

Genau. Als es seinerzeit mit den Schlossfestspielen in Neersen losging, lebte ich mich gerade in Willich ein – und war wirklich spontan begeistert, dass es in meiner neuen Heimatstadt nun auch ein Theater gab. Das ist für eine Stadt dieser Größenordnung ja etwas absolut Besonderes – und hebt das Kulturangebot der Stadt ja auch deutlich von anderen ab.

Wo sehen Sie die Festspiele heute?

Man kann ohne jede Übertreibung sagen, dass die Festspiele in 31 Jahren die Identität dieser Stadt geprägt, ihr Image und Standing auch außerhalb der Stadtgrenzen mitbestimmt haben. Sie sind fester Bestandteil Willichs, auch unter gesellschaftlichen Aspekten: Man trifft sich hier. Man kennt sich. Man diskutiert über Theater, tauscht sich aus – und gewinnt quasi nebenher gemeinsam Abstand zum Alltagsgeschäft.

Wo und wie sehen Sie Ihre neue Rolle an der Spitze des Vereins?

Der Einsatz fürs Theater, noch konkreter für diese Festspiele in meiner Stadt lohnt sich – davon bin ich fest überzeugt. Die Organisationsform mit den Säulen Stadt Willich, Sponsoren, Intendant und Festspielverein braucht dabei freilich den Einsatz gut vernetzter Ehrenamtler. Und da möchte ich halt meine Kontakte nutzen, um die Festspiele weiter voran zu bringen.

Stichwort Sponsoren…

Ein wirklich ganz wichtiger Aspekt: Gerade in Zeiten angespannter Kommunalfinanzen ist man als kulturaffiner Bürger sehr dankbar, dass es Menschen gibt, die ihr Geld nicht nur zu ihrem persönlichen Wohl ausgeben, sondern sich den ganz speziellen „Luxus“ leisten, Kultur zu fördern – und damit auch anderen Zugang zu Kultur zu ermöglichen. Mäzene haben Deutschland zur Kulturnation gemacht. Apropos: Wir haben jetzt auch im Vorstand mit meiner Mitstreiterin Birgit Fliege eine konkrete „Ansprechpartnerin für Sponsoring“ installiert – auch da werden wir weiter am Ball bleiben.

(StadtSpiegel)