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Neue Igelverbrennungen

Neue Igelverbrennungen
Der zweite Igel konnte lebend geborgen werden. Er ist mit leichten Verbrennungen davon gekommen. FOTO: Polizei
Willich (ots). Der Igelmörder und -quäler treibt wieder sein Unwesen in Willich. Nach einem Jahr Pause hat sich der Psychopath wieder an mindestens zwei der harmlosen Insektenfresser vergriffen. Die Polizei ruft die Bevölkerung dazu auf, Ausschau nach dem Tierquäler zu halten. Von Lutz Schütz

Nachdem der Polizei am Mittwoch der zweite in Brand gesetzte Igel dieses Frühjahrs gemeldet wurde, ist die Parallele zu der Serie von Igeltötungen in Willich nicht zu übersehen. Damals waren der Polizei zwischen August und Oktober insgesamt 15 Igel gemeldet worden, die bei lebendigem Leib verbrannt wurden. Über diese Taten hat auch der Extra-Tipp ausführlich berichtet.

Dank zahlreicher Hinweise aus der Bevölkerung und intensiven Ermittlungen hatten die Ermittler damals mehrere Personen in den Fokus genommen und zu der bestialischen Tierquälerei befragt. Trotzdem hörte die Serie erst auf, nachdem sich die Igel in ihre Verstecke zum Winterschlaf verkrochen hatten. Im Jahr 2014 scheint der Igelmörder Pause gemacht zu haben (wenn er nicht anderen Orts zugeschlagen hat).

Leider sind nun in diesem Jahr bereits zwei Igel gefunden worden, die bei lebendigem Leib angezündet worden sind.

Am 16. Mai meldete eine Passantin den Fund eines verbrannten Igels in einem Mülleimer auf einem Bolzplatz an der Schiefbahner Straße in Willich. Der Bolzplatz befindet sich zwischen dem Freizeitzentrum und dem Schwimmbad „De Bütt“. Auf der Vorwiese gibt es vier Bänke und zwei Mülleimer. Aus einem dieser metallenen Abfallbehälter bargen die Einsatzkräfte das tote Tier. Leider ließ sich die genaue Tatzeit nicht mehr feststellen.

Am Mittwoch, 3. Juni, meldete dann ein Mitarbeiter der Stadt Willich den Fund eines zweiten verletzten Igels in einem Mülleimer auf dem Spielplatz neben dem Kindergarten auf der Kantstraße. Der Igel wurde sofort einem Tierarzt übergeben. Das Tier hat Brandverletzungen und verschmolzene Plastikreste in den Stacheln, wurde aber nicht lebensgefährlich verletzt. Die Kripo geht davon aus, dass das Tier in den Mülleimer gesetzt und dort in Brand gesetzt wurde. Möglicherweise wurde das gefangene Tier mit einer Plastiktüte zu dem Mülleimer transportiert. Denn der Igel wurde in den Resten verschmorten Plastiktüte gefunden, die weiß, gelb und orange war und am Boden ein Zeichen (Umweltengel?).

Auch in diesem Fall lässt sich die Tatzeit nicht genau eingrenzen. Wahrscheinlich wurde der Igel aber am Dienstagabend bzw. in der Nacht zum Mittwoch angezündet, so dass besonders Beobachtungen zu diesen Stunden hilfreich sein können. Die Kripo bittet die Bevölkerung in Willich dringend um Mithilfe: Wer hat zu den beschriebenen Zeiten rund um die Fundorte verdächtige Beobachtungen gemacht? Wer kann Angaben zu der Tüte machen?

Ebenfalls bittet die Kripo um besondere Aufmerksamkeit. Die Willicher sollten bei Spaziergängen in Grünanlagen auf verdächtige Beobachtungen achten. Igel sind in der Regel nachtaktiv, so dass die Polizei besonders an Beobachtungen in den Abend- und Nachtstunden interessiert ist. Die Polizei ruft dazu auf, jede noch so kleine verdächtige Beobachtung sofort über die 110 zu melden. Nur so kann eine neuerliche Serie von Igelverbrennungen gestoppt werden. Hinweise erbittet das KK Ost unter der Rufnummer 02162/377–0.

(Report Anzeigenblatt)