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Mobilität – auch im Alter kein Problem FAKTEN

Mobilität – auch im Alter kein Problem FAKTEN
Im dritten Teil unserer Sommerserie „Extra-Tipp bewegt sich...“ hat Redakteur Lutz Schütz ein Elektromobil getestet, das für Senioren oder Kranke gedacht ist, die trotz ihrer Beeinträchtigungen beweglich bleiben wollen. Von Lutz Schütz

ein erstes motorisiertes Fahrzeug war ein Kleinkrad (Kreidler-Florett), aktuell fahre ich einen Pkw von Skoda. Das letzte Fahrzeug, mit dem ich mich in hoffentlich erst ferner Zukunft selbstständig bewegen werde, wird wahrscheinlich ein Elektromobil sein, wie man es heute immer mehr im Straßenbild sieht. Bei der Firma Frenzen im Schiefbahner Gewerbegebiet Am Nordkanal konnte ich solch ein Mobil einmal zur Probe fahren.

Bei dem Modell 889XLS von Gerimobile handelt es sich schon um eine luxuriöse Version eines Elektromobils, das sich nicht nur auf luftgefüllten und gefederten 8-Zoll-Reifen (ist gut für den Rücken) bewegt, sondern auch eine Motorleistung von 1,49 KW (zwei Pferdestärken) hat.

Zum Einsteigen klappt man die Armlehnen hoch. Wer stärker beeinträchtigt ist, kann sogar den Sitz seitlich herumschwenken. Man sitzt wie auf einem gut gepolsterten Bürostuhl. Einziger Unterschied. Die Knie sind etwas angehoben. Schwerer als 150 Kilogramm (höchst mögliche Zuladung), darf man allerdings nicht sein. Bei meiner Größe von 183 Zentimetern und meinem Gewicht von 95 Kilogramm ist das Modell 889XLS nahezu ideal.

Wenn man die maximale Motorleistung einstellt, geht das Elektromobil ab wie „Schmitz Katze“. In den zwei 12-Volt-Batterien (70 AH) steckt richtig Power. In wenigen Sekunden erreicht man die Höchstgeschwindigkeit von 15 Stundenkilometern. Dabei liegt das Elektromobil völlig ruhig auf der Betonpiste, die ich mir für meine Fahrübungen ausgesucht habe. Bremsen (mittels Trommelbremse) ist auch ganz einfach: Man lässt den Gashebel los und schon steht man aus voller Fahrt nach zwei bis drei Metern (geschätzt). Die Lenkung ist sehr direkt, hat kein Spiel und macht den Slalom durch hintereinander aufgebaute Verkehrshütchen zum Kinderspiel (der Wendekreis beträgt 3,2 Meter!). Allerdings klappt das natürlich nicht mit Höchstgeschwindigkeit. Beim ersten Versuch habe ich die rot-weißen Hütchen durch zu viel Schwung reihenweise umgenietet.

Wie man mich anschließend aufklärt, sind 6 Stundenkilometer ohnehin das Maß aller Dinge, wenn man auf einem Bürgersteig fährt. Fußgänger müssen also keine Angst vor rasenden Opas auf ihren „Feuerstühlen“ haben. Die Höchstgeschwindigkeit von 15 km/h darf man nur nutzen, wenn man auf der Straße oder einem Radweg fährt.

Auch für feuchtfröhliche Kneipentouren ist das Mobil nicht geeignet. Mit Promille darf es nicht gefahren werden (auch Radfahren unter Alkoholeinfluss ist bekanntlich verboten).

Krankenfahrstühle bis 6 km/h sind von der Versicherungspflicht befreit. Krankenfahrstühle, die schneller als 6 Stundenkilometer fahren, unterliegen dagegen der Versicherungspflicht und benötigen ein Versicherungskennzeichen (umgangssprachlich auch als „Mofa-Kennzeichen“ bekannt).

Elektromobile mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit bis 15 km/h sind von der Fahrerlaubnis- und Prüfbescheinigungspflicht befreit.

Wer ein komfortables Gerimobil wie das Modell 889 XLS fahren will, muss dafür Einiges investieren. Es

kostet knapp 5 000 Euro.

(Report Anzeigenblatt)
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