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Miteinander leben und altern

Miteinander leben und altern
„Quartiersentwicklung? Häh!? Was ist das denn?“: die Drei vom Stadtgespräch diskutieren schon fleißig. FOTO: Schütz
Schiefbahn. Was muss getan werden, damit alle Schiefbahner – auch wenn sie älter und damit hilfs- oder pflegebedürftig werden – in ihrer vertrauten Umgebung leben können? Diese Frage steht im Mittelpunkt einer Bürgerinformationsveranstaltung, die am Donnerstag, 16. November, ab 18.30 Uhr in der Kulturhalle stattfindet. Von Lutz Schütz

Der Sozialausschuss der Stadt Willich hat Anfang 2015 den Grundsatzbeschluss zur Quartiersentwicklung in allen vier Stadtteilen gefasst. Die Grundlage zur Umsetzung bildet das bereits erstellte Rahmenkonzept „Miteinander leben und altern in Willich“ und der von der Landesregierung erstellte „Masterplan altengerechte Quartiere“. Diese beinhalten vier wesentliche Handlungsfelder:

Versorgungssicherheit ist die Voraussetzung für ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben und Wohnen, gerade für Menschen, deren Aktionsradius kleiner wird (alles in „Pantoffelnähe“). Das reicht von Einkaufsmöglichkeiten, die fußläufig erreichbar sein müssen, bis zu nahe gelegenen Arztpraxen.

Das Angebot barrierefreier und altengerechter Wohnungen muss ausgebaut werden.

Vielen Menschen droht im Alter Einsamkeit, weil Kinder und Enkel weit weg wohnen und viele Freunde bereits gestorben sind. Deswegen muss das Miteinander der Generationen gefördert werden.

Quartierskonzepte müssen aus den vorgegebenen örtlichen Bedingungen entwickelt werden und dürfen nicht übergestülpt werden. Dafür ist die Beteiligung der Menschen, die es betrifft, notwendige Voraussetzung.

In Neersen hat sich bereits ein Netzwerk unter diesen Aspekten gebildet (zentrale Anlaufstelle ist die Begegnungsstätte am Minoritenplatz). Mitte 2016 benannte der Sozialausschuss den Stadtteil Schiefbahn als nächsten Standort zur Umsetzung, später sollen Anrath und Willich folgen. Damit das Netzwerk Schiefbahn entstehen und sich entwickeln kann, sind einige Schritte notwendig:

Erster Schritt war die Bildung einer Lenkungsgruppe, die den Prozess steuert – bestehend aus Mitgliedern der Ratsfraktionen, der Verwaltung, des Seniorenbeirat sowie Akteuren aus Schiefbahn, wie Vertretern der Kirchengemeinden, Wohlfahrtsverbände, Vereine und anderen Organisationen.

Zweiter Schritt: Es konnten Landesmittel für eine hauptamtliche Stelle, die den Prozess vor Ort begleiten wird, bis 2020 gesichert werden.

Der nächste und wichtigste Schritt ist die Beteiligung derjenigen, die es betrifft und die am besten wissen, was in ihrem Lebensumfeld bereits vorhanden ist und was noch fehlt und verbessert werden muss: die Beteiligung der Bürger.

Den Auftakt macht die Bürgerinformationsveranstaltung am Donnerstag, 16. November, ab 18.30 Uhr in der Kulturhalle in der Schulstraße 1. Projektkoordinatorin Bärbel Blomen (02154/ 949 653) ruft alle Schiefbahner auf: „Kommen Sie, machen Sie mit – bringen Sie Ihre Wünsche und Themen für den Stadtteil Schiefbahn ein!“ Bürgerwerkstätten am 18. Januar und 22. Februar werden dann folgen.

(StadtSpiegel)