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Mit 89 km/h in eine 50er-Zone

Mit 89 km/h in eine 50er-Zone
Das offizielle Logo des Blitz-Marathons. FOTO: Polizei
Kreis Viersen. Nachdem der 1. Europaweite Blitzmarathon nach den ersten fünf Stunden Messbetrieb mit ca. 50 aufgefallenen Geschwindigkeitssündern schon fast die Gesamtzahl des letzten Blitzmarathons im September 2014 im Bereich des Kreises Viersen erreicht hatte, gab es in den restlichen dreizehn Stunden noch die erwartete Steigerung: 180 festgestellte Geschwindigkeitsverstöße bei 5.334 gemessenen Fahrzeugen ergab eine „Blitzmarathonquote“ von fast 3,5 Prozent. Von Lutz Schütz

Die deutliche Steigerung der Zahl gemessener Fahrzeuge im Vergleich zum vorherigen Blitzmarathon lag zum einen am hervorragenden Wetter und zum anderen daran, dass die Einseitensensor-Geschwindigkeitsanlage (kurz ESO) mit ihren zwei Kameras beim letzten Blitzmarathon nicht zur Verfügung stand.

Trotz gewohnter Vorankündigung des Blitzmarathons in allen Medien waren wieder viele Fahrzeugführer überrascht. Den negativen Abschluss des Tages schaffte ein 20-jähriger Autofahrer mit „Heimrecht“ in Hehler auf der L 372. Er raste mit 89 km/h in einer 50er-Zone in die Messung. Wenn man den Anwohnern dort glaubt, soll dies eine offenbar dort „übliche“ Geschwindigkeit darstellen. Fast 40 Meter länger als mit den vorgeschriebenen 50 Stundenkilometern wäre der Anhalteweg bei guter Reaktion länger gewesen, nämlich über 65 Meter!

Fast vorbildlich verhielten sich die Verkehrsteilnehmer dagegen in Anrath Clörath und Schiefbahn-Niederheide, wo nur ein Raser geblitzt wurde. In Neersen auf der Hauptstraße waren dagegen jeder zwölfte zu schnell.

Aber nicht nur Raser wurden zur Kasse gebeten oder müssen demnächst sogar ihren Führerschein für einen Monat abgegeben. Auch zahlreiche Gurtmuffel und Handyverliebte mussten an den Kontrollstellen ebenfalls ein Verwarngeld bzw. eine Anzeige akzeptieren. Anzeigen wegen Fahrens, bzw. zumindest Zulassen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis runden dies ab. Dabei handelte es sich um Rollerfahrer, die für die festgestellte Höchstgeschwindigkeit ihres Gefährts nicht die erforderliche Fahrerlaubnis hatten. In einigen Fällen wurde auch gegen die Halter der Zweiräder Anzeige erstattet, da sie nicht gleichzeitig Fahrzeugführer waren.

(Report Anzeigenblatt)