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Marienaltar erhält Mensa

Marienaltar erhält Mensa
Ulrich Bons und Peter Theisen vom Kirchbauverein mit Pfarrer Jürgen Lenzen vor dem Marienaltar, der nun restauriert werden soll. FOTO: WeKa
Anrath. Der Kirchbauverein der Anrather St. Johannes-Pfarre hat seit 2006 mit mehr als 200 000 Euro Renovierungsarbeiten an der Außenhülle der St. Johannes Kirche in unterstützt. Von Lutz Schütz

Neben der Restaurierung der historischen Verglasung wurde eine Schutzverglasung eingebaut, das Dach des Kirchenschiffs saniert, feuchte Wände trocken gelegt und zuletzt die Kirche von innen neu angestrichen.

Jetzt widmet sich der Kirchbauverein der Inneneinrichtung der Kirche. In den 1960er Jahren wurde im Rahmen der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils in vielen Kirchen, so auch in Anrath, die vorhandenen Altäre verändert. Die bestehenden, an den Außenwänden der Kirchen angebrachten Altäre verloren ihre Funktion als Zelebrationsaltäre für Gottesdienste, da das Konzil die Feier der Messe mit dem Gesicht des Priesters zum Volk vorgab. Deswegen wurden die drei Anrather Nebenaltäre ihrer steinernen Basis beraubt und als Altarbilder an die Wand gehängt und teilweise auch aus ihrem räumlichen Zusammenhang herausgenommen. Dazu kam, dass die Neugotik bis weit in die 1980er Jahre, nicht als eigenständige Kunstepoche angesehen wurde. Die Zerstörung und Entfernung neugotischer Kunstwerke wurde also weitestgehend akzeptiert und toleriert.

Als erstes Projekt in Bezug auf die Inneneinrichtung der Kirche will der Verein nun den Marienaltar im Chor des nördlichen Seitenschiffes wiederherstellen. Die steinerne Altarmensa (der Altartisch) wurde in den 1960er Jahren zerstört, Engelfiguren entfernt oder verändert. Zwar will der Kirchbauverein den aus dem Jahr 1898 stammenden Altar nicht originalgetreu rekonstruieren, aber er soll zumindest mit vorhandenem Material in seinen ursprünglichen Proportionen wiederhergestellt werden. Dafür wird eine Altarmensa aus dem Bestand des ehemaligen Anrather Krankenhauses farblich an den Altar angepasst. Eine Funktion als Zelebrationsaltar für Gottesdienste ist nicht vorgesehen. Die künstlerischen Arbeiten erstrecken sich auf die Ergänzung fehlender Figuren und Figurteile sowie die Stabilisierung des Altares als frei stehendes selbsttragendes Objekt.

Durch Vermittlung aus dem Vorstand des Kirchbauvereins konnte eine polnische Werkstatt aus Stettin (heute Szczecin) gewonnen werden. Diese hat sich einen Namen durch zahlreiche Arbeiten in Danziger Kirchen gemacht. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf ca. 26000 Euro, die der Kirchbauverein vollständig übernimmt. Zuschüsse aus Kirchensteuermittteln sind für solche Projekte nicht vorgesehen.

(Report Anzeigenblatt)