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Kreis als Wirtschaftsstandort

Kreis als Wirtschaftsstandort
Sprachen mit Landrat Dr. Andreas Coenen (2.v.l.), über Projekte und Ziele für den Wirtschaftsstandort Kreis Viersen: Regionalausschussvorsitzender Andreas Böhm (2.v.r.), IHK-Präsident Heinz Schmidt (r.) und IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. FOTO: IHK
Kreis Viersen. Welche Ziele hat sich der neue Landrat Dr. Andreas Coenen für den Wirtschaftsstandort Kreis Viersen gesetzt? Wie steht es um die Verlängerung der Regiobahn und die Entwicklung des Flughafens Elmpt? Und wie soll die Tourismusförderung künftig gestaltet werden? Von Lutz Schütz

Diese und viele weitere Fragen standen im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Regionalausschusses Viersen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein. Dazu konnte der Ausschussvorsitzende Andreas Böhm den neuen Landrat begrüßen. „Ich bin froh, dass die Unternehmen laut der letzten Befragung der IHK mit ihrem Standort zufrieden sind“, erklärte Coenen. Allerdings müssten die Standortvorteile stärker kommuniziert werden – vor allem auch über die Kreisgrenzen hinaus. Dafür sei ein „gutes Verhältnis“ des Kreises zu den Städten und Gemeinden die Voraussetzung. „Dieses Miteinander möchte ich stärken.“

Intensivieren möchte der Landrat auch das Engagement für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. „Das geplante Güterumschlagszentrum des niederländischen Logistikunternehmers Hans Cabooter in Nettetal wäre ein erstes Leuchtturmprojekt.“ Eine Riesenchance ist für Coenen auch das Areal des ehemaligen Militärflughafens in Elmpt: „Ansonsten haben wir im gesamten Kreisgebiet kaum Gelegenheit, Flächen in einer solchen Größe zur Verfügung zu stellen.“ Deshalb wünsche er sich, dass die Kreisverwaltung, die Wirtschaftsförderung und die Gemeinde Niederkrüchten „die Entwicklung hin zu einem Industrie- und Gewerbegebiet vorantreiben“. Dabei hoffe er auf die Unterstützung durch das Land Nordrhein-Westfalen

Einig waren sich der Landrat und die Unternehmer darüber, dass die Verlängerung der Regiobahn ein großer Vorteil für den Kreis Viersen wäre. „Leider fehlt uns der regionale Konsens, in Mönchengladbach ist das Thema umstritten“, erklärte Coenen, der hofft, dass man die Nachbarschaft dennoch mit ins Boot holen könne.

Strittig sind auch die künftigen Aufgaben im Bereich Tourismus nicht. „Es ist ganz wichtig, dass der Niederrhein hier eine gemeinsame Sprache spricht“, erklärte IHK-Präsident Heinz Schmidt und stieß damit auf offene Ohren. „Ich halte es für richtig, dass Gemeinsamkeiten gesucht und sehr bald einheitlich vermarktet werden“, betonte Coenen. „Da ist Bewegung drin.“

Schließlich griff IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz ein Thema auf, das derzeit in vielen Städten und Gemeinden der Region politisch diskutiert wird. „Die Haushaltsdebatten sind für die Unternehmen wenig erfreulich, weil häufig eine Anhebung der Grund- und Gewerbesteuern zur Diskussion steht“, erklärte er und appellierte an den Landrat: „Die Kreisumlage muss verträglich sein, damit der Druck auf die Kommunen nicht zu groß ist.“ Außerdem müsse der Kreis Viersen als Kommunalaufsicht, die die Haushalte der kreisangehörigen Städte und Gemeinden genehmigt, vor allem auch ein waches Auge auf die Ausgabenseite haben. Dort stecke in vielen Haushalten Einsparpotenzial. „An dieser Stelle bei der Konsolidierung anzusetzen, ist für einen Standort förderlicher, als die Steuern zu erhöhen.“ Der Landrat stimmte Steinmetz grundsätzlich zu. Zeitnah wolle er deshalb eine Initiative starten, die die interkommunale Zusammenarbeit intensiviert

(Report Anzeigenblatt)