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Kommunen müssen handeln

Kommunen müssen handeln
Meerbuschs Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage, IHK-Einzelhandelsausschuss-Vorsitzender Rainer Höppner (r.) und IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz (2.v.r.) mit NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin beim Aktionstag „Heimat shoppen“. FOTO: IHK
Niederrhein. Verkaufsoffene Sonntage, Neuwarenverkauf auf Flohmärkten, die Unterstützung durch das Land NRW – das waren die Themen, über die Händler, Gastronomen und Dienstleister aus Krefeld, Mönchengladbach, dem Rhein-Kreis Neuss und dem Kreis Viersen mit Garrelt Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen, beim Aktionstag „Heimat schoppen“ in Meerbusch diskutiert haben. Von Lutz Schütz

Duin erklärte, dass ihn das Thema, dass Ortskerne einen funktionierenden Einzelhandel brauchen, persönlich beschäftige. „Wir haben es mit einer gesellschaftlichen Entwicklung zu tun“, sagte er und warnte davor, den stationären Handel als das Gute und den Online-Handel als das Böse anzusehen

Wichtig sei, dass der stationäre Einzelhandel seine Vorteile ausspiele – über die Qualität der Produkte, den persönlichen Kontakt und besondere Dienstleistungen. Außerdem müssten Multi-Channel-Konzepte entwickelt werden. Darüber hinaus benötige man Aktionen wie „Heimat shoppen“. IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz betonte, dass sich die Aktion sehr gut entwickelt habe. Was im vergangenen Jahr im Bezirk der IHK Mittlerer Niederrhein begonnen hatte, hätte sich nun auf weitere IHK-Bezirke ausgedehnt. „In diesem Jahr machen mehr als 120 Städte und Gemeinden in NRW bei ‚Heimat shoppen’ mit. Außerdem sind die Sparkassen Krefeld, Mönchengladbach und Neuss mit im Boot, die dazu beigetragen haben, dass wir die Händler unterstützen und mit Material ausstatten konnten.“ Er sei sicher, dass 2016 viele weitere Städte dabei sein werden.

Mit einem weiteren Problem stießen die Einzelhändler auf offenere Ohren bei dem Landesminister: Vor allem an Sonntagen, an denen die Geschäfte geschlossen sein müssen, verkaufen fliegende Händler Neuwaren auf Flohmärkten. „Das halte ich für inakzeptabel“, betonte Duin. „Gehen Sie davon aus, dass die SPD es in ihr Wahlprogramm schreiben wird. Vor 2017 kann ich Ihnen da aber nichts versprechen.“

Ein Händler aus dem Kreis Viersen wollte wissen, inwiefern der stationäre Einzelhandel vor dem Hintergrund der desolaten Finanzsituation in den Städten und Gemeinden mit Unterstützung seitens des Landes rechnen könne. Der Minister verwies darauf, dass man eng mit dem Ministerium für Städtebau zusammenarbeite und ständig in Gesprächen mit den Kommunen, den Industrie- und Handelskammern und Verbänden sei. Dabei stehe immer die Frage im Mittelpunkt, wie einzelne Entwicklungen unterstützt werden könnten. „Wir benötigen in den Kommunen Handlungskonzepte, bei denen alle Akteure integriert werden, zum Beispiel auch die Immobilienbesitzer“, erklärte Duin. „Diese Konzepte müssen dann mit Mitteln des Bundes so ausgestattet werden, dass die Kommunen sie umsetzen können. Das erreichen wir aber nur dann, wenn alle zusammenarbeiten.“

(Report Anzeigenblatt)