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Jede Stunde kracht es

Alle 60 Minuten kommt es im Kreis Viersen zu einem Verkehrsunfall. Insgesamt krachte es im vergangenen Jahr 8 693 Mal. Von Alexandra Rottmann

Kreis Viersen (red).

2015 gab es auf den Straßen im Kreis Viersen deutlich mehr Unfälle als in den Jahren zuvor, dafür aber weniger Verletzte. Nicht nur deshalb spricht Polizei-Abteilungsleiter Manfred Krüchten von einer Bilanz aus „Licht und Schatten“. 2015 gab es über 650 Verkehrsunfälle mehr als 2014. Dafür schrumpfte die Anzahl der Verletzten von 1005 auf 946. Elfmal kam für die Opfer der Verkehrsunfälle jede Hilfe zu spät, so dass die Polizei vier Todesopfer mehr in ihrer Statistik aufweist als 2014.

Erfreulich ist, dass die Anzahl der verunglückten Kinder im Vergleich zum Vorjahr von 144 auf 111 reduziert werden konnte. Hingegen verzeichnet die Polizei eine deutliche Zunahme verunglückter 18- bis 24-Jähriger. Waren 2014 noch 188 Personen aus dieser Gruppe an einem Unfall beteiligt, lag die Zahl 2015 bei 207, eine Zunahme von 10,1 Prozent. Polizei-Abteilungsleiter Manfred Krüchten erklärt: „Unachtsamkeit, Ignoranz, Risikobereitschaft, Imponiergehabe und das scheinbar in die Beliebigkeit des Einzelnen gestellte Beachten verbindlicher Verkehrsregeln sind die Hauptursache für die Vielzahl der Verkehrsunfälle nicht nur in dieser Gruppe.“

Nachdenklich blickt Polizei-Abteilungsleiter Manfred Krüchten drein, als er auf den Punkt „Unfallflucht“ zu sprechen kommt. Hier gab es 224 Fälle mehr als im Vorjahr – 12,5 Prozent. „Hier muss man dann schon die Charakterfrage bei den Autofahrern stellen, die nach einem kleinen Unfall, auch wenn es sich nur um einen Parkrempler handelt, einfach davon fahren.“

Ein besonderes Augenmerk hat die Polizei seit dem vergangenen Jahr auf Menschen, die beim Autofahren ihr Handy benutzen. „Viele unterschätzen den kurzen Blick aufs Handy. Wer bei Tempo 50 für zwei Sekunden aufs Display schaut, fährt fast 30 Meter im lebensgefährlichen Blindflug“, warnte NRW-Innenminister Ralf Jäger bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik. Im vergangenen Jahr haben die Polizisten in ganz Nordrhein-Westfalen mehr als 146 000 Handy-Sünder festgestellt. In 182 Fällen wies die Polizei nach, dass die Handynutzung Ursache für den Unfall war. Drei Menschen kamen bei einem Handyunfall ums Leben.

(Report Anzeigenblatt)
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