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Islam: Religion oder Ideologie?

Stadt Willich. Von Seiten der Populisten ergeht der Vorwurf, der Islam sei keine Religion, sondern eine radikale Ideologie, die alle „Ungläubigen„ mit dem Tod bedroht. Dabei machen sie keinen Unterschied zwischen Islam und Islamismus und differenzie-ren schon gar nicht zwischen gemäßigten und gewaltbereiten Islamisten. Doch wo sind die Grenzen zu ziehen und gibt es überhaupt eine islamische Vorstellung von einer gerechten sozialen Ordnung? Die islamische Rechtsprechung – die Scharia – entstand erst in den ersten 200–300 Jahren nach dem Tode des Propheten und wurde zur Grundlage der politischen Ordnung bis zum Sturz der Abbasisden-Dynastie durch die Mongolen im 12. Jahrhundert. Danach herrschten im Wesentlichen weltliche Herrscher, die sich aber an den vorherrschenden islamischen Rechtsschulen orientierten. Von Kellys Grammatikou

Erst die neuzeitliche Auseinandersetzung zwischen europäischen Kolonialherren konfrontierte die islamische Welt mit der Idee eines säkularen Staates, der Trennung von Staatsmacht und Religion. Nach dem Zusammenbruch des Osmani-schen Reichs und der Abschaffung des Kalifats durch die neue türkische Republik, sind es insbesondere die französischen Republik und die konstitutionellen Monarchie Großbritannien, die als die neuen Herren des Orients auftreten. So überwiegt der Widerstand gegen die Kolonialmächte und die Frage nach einer angemessenen politischen Ordnung. Was hat sich daran bis heute geändert? Gibt es eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Frage ob Islam und Demokratie vereinbar sind? Dazu referiert Jörgen Klußmann, Islamwissenschaftler, am Montag, 8. Januar, um 19 Uhr, im AKF-Zentrum, Bahnstraße 28, 7. Etage in Willich. Info und Anmeldung bis zum 3. Januar unter 02154 8138296.

(StadtSpiegel)
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