| 19.32 Uhr

Im Auftrag des Blues: Black Brothers am 15. und 22. November im Kaisersaal

1988 betraten die Black Brothers – damals nannten sie sich noch Blues Brothers Revival Band – erstmals die Bretter des legendären Kaisersaals in Willich. Die Geburtsstunde einer Kultband, die fortan für Furore sorgte – in Willich, ganz Deutschland und auch im benachbarten Ausland. Von Lutz Schütz

Stadt Willich. „Die Knochen machen nicht mehr mit“, kündet Bandleader Jochen Contzen (Jake), der gemeinsam mit Bernhard Halen (Elwood) den Part der „Männer in Schwarz“ übernimmt, das Ende der Kultband an.

Als Bandleader ist Contzen von Beginn an für die Organisation der Konzerte und die Abstimmung innerhalb der Band zuständig. Hauptberuflich ist er Thekenchef der Willicher Musikkneipe „Black Jake“, so dass er inzwischen fast das ganze Jahr über in die Haut von Jake Blues schlüpft. Den markanten schwarzen Hut trägt er gerne auch in seiner Freizeit.

Aber nicht das Outfit, sondern die Musik steht im Vordergrund. „The Blues Brothers“ war eine Rhythm-and-Blues-Band, die von den zwei Schauspielern und Komikern John Belushi (Jake Blues) und Dan Aykroyd (Elwood Blues) geleitet wurde. Sie gingen auch im Jahr 1980 in dem gleichnamigen Kultfilm auf Reisen – „im Auftrag des Herrn“.

Contzen übernahm von den Originalen nicht nur die Musik (drei Alben mit Blues-Stücken, die meist als Rocksongs gecovert waren), sondern auch die Gliederung der Band: starker Bläsersatz, traditionelle Rock-Sektion, Backgroundsängerinnen und die singenden Brüder als Frontmen.

Großen Anteil am Erfolg dieser Tribute-Band hatten die Musiker. Echte Profis, die – wenn sie nicht mit den Black-Brother unterwegs sind – deutsche und internationale Rock-, Pop- und Schlagerstars bei Live-Auftritten musikalisch unterstützen.

Bevor die Black Brothers ihre schwarzen Hüte an den Nagel hängen, wollen sie aber Willich noch einmal so richtig rocken. Die letzte Geburtstagsparty im Kaisersaal soll zugleich Höhe- und Schlusspunkt des bewegten Musikerlebens der Black Brothers sein (abgesehen von wenigen bereits zugesagten Auftritten außerhalb von Willich).

Zweiter Grund für das Ende der Band ist die Schließung des Kaisersaals. „Das ist aber auch wirklich eine hundertprozentig passende Lokation für uns“, meint Jochen Contzen. Und man merkt ihm dabei an, dass ihn das Ende des Kaisersaals als Veranstaltungsort tief getroffen hat. Denn der Kaisersaal und die Geburtstagsshow der „Black Brother“ sind über die Jahre immer mehr zu einer Einheit geworden. Dieses Event eine Tradition zu nennen, wäre zu wenig. Kult trifft es eher. Selbst das Publikum wird jedes Jahr mehr Teil dieser Einheit. Einige Fans kommen sogar Jahr für Jahr aus Irland, England, Österreich und der Schweiz eigens zudem Konzert nach Willich.

Damit (fast) alle, die wollen, ein Ticket zum Preis von 25 Euro für das große Finale kaufen können, findet die Party wieder an zwei Samstagen statt, am 15. und 22. November. Als Special Guests konnte die Band Richetta Manager (Voc) und Dennis Hormes (Gitarre) verpflichten. Mit Jens Filser und Dennis Hormes stehen dann zwei der besten deutschen Gitarristen an beiden Abenden auf der Bühne des Kaisersaals und Richetta Manager, studierte Opernsängerin aus Kansas unterstützt Jochen Contzen und Bernhard Hlen im Gesang.

Als Vorgruppe hat für den ersten Termin bereit die Willicher Formation „Off Duty“ zugesagt, deren Repertoire von alten Westernhagen- und Zappa-Stücken bis hin zu aktuellen „Hosen“ und „Sportis“ Songs reicht. Für den 22. November sucht die Band noch einen „Opener“ – möglichst aus der Region.

Karten gibt es ab sofort unter anderem bei „die Anzeige“, Hubertusplatz 4, in Schiefbahn, Telefon 02154/916441.

(StadtSpiegel)
Weitere Empfehlungen für Sie!Anzeige