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Ich würde wieder spenden!

Ich würde wieder spenden!
Markus Pohl aus Krefeld konnte einem Baby in Lettland helfen. FOTO: dkms
nden. Ein Familienvater aus Krefeld rettete einem Baby in Lettland das Leben – dank seiner Stammzellenspende. Am kommenden Samstag können Willicher für den fünfjährigen Kevin spe Von Alexander Ruth

Willich/Köln.

Vor gut elf Jahren ließ sich Markus Pohl aus Krefeld als potenzieller Stammzellspender bei der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei registrieren. Acht Jahre später konnte er tatsächlich einem kleinen Menschen das Leben retten, weil seine Gewebemerkmale genau mit dessen übereinstimmten. Erst nach der Stammzellspende Ende 2011 erfuhr Pohl, dass er einem Baby aus Lettland geholfen hatte. Inzwischen steht der Krefelder mit der Familie über E–Mail in Kontakt. Die ehemalige Patientin ist heute fast vier Jahre alt, gesund und munter. Auf einen solchen Lebensretter hofft auch der fünfjährige Kevin aus Willich. Er hat Blutkrebs und eine Stammzellspende ist seine einzige Überlebenschance. Wer helfen möchte, gesund und zwischen 18 und 55 Jahren alt ist, kann sich am Samstag, 31. Januar, in Willich bei der DKMS registrieren lassen.

„Ich hatte vor gut zehn Jahren durch die Presse von dem Schicksal eines an Leukämie erkrankten Mädchens erfahren. Damals gab es auch einen Aufruf von der DKMS. Meine Frau und ich waren sehr berührt und haben uns beide als potenzielle Stammzellspender registrieren lassen“, erinnert sich Markus Pohl. „In den Jahren danach erhielt ich zweimal Post von der DKMS mit der Bitte, noch einmal Blut abzugeben, weil ich in die nähere Auswahl für einen Patienten kam. Beide Male stellte sich jedoch heraus, dass ich nicht hundertprozentig passe.“ Es kommt nämlich nur sehr selten vor, dass zwei Menschen die gleichen Gewebemerkmale haben. Manchmal findet sich unter mehreren Millionen kein einziger ‘genetischer Zwilling‘. Genau dieser wird so dringend gesucht, wenn ein Patient mit Blutkrebs nur noch eine einzige Chance hat: eine Stammzellspende. Als Spender gefunden werden kann ohnehin nur, wer sich registrieren lässt und selbst dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering: Sie liegt bei etwa einem Prozent. Markus Pohl hatte schließlich doch Glück, 2011 kam er als Spender in Frage: „Ich habe mich riesig gefreut, dass ich helfen kann und habe mit der Zusage keinen Moment gezögert. Man hat selten die Chance, einem Menschen das Leben zu retten.“

Nach einer umfassenden Voruntersuchung in der Entnahmeklinik erhielt Pohl ein Medikament, welches er sich an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter die Haut spritzte. Dieser körpereigene hormonähnliche Stoff, der vom Körper zum Beispiel auch bei fieberhaften Infekten produziert wird, stimuliert die Produktion der Stammzellen und bewirkt, dass sich vermehrt Stammzellen im fließenden Blut befinden. Diese können dann über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gesammelt werden. „Ich wurde sehr ausführlich aufgeklärt und darauf vorbereitet, dass während der Vorbereitungstage grippeähnliche Symptome auftreten können. Tatsächlich hatte ich Gliederschmerzen und spürte meine Knochen, doch Schmerzmittel habe ich nicht benötigt. Die anschließende Spende war unkompliziert. Ich saß bequem in einem großen Raum, konnte mir einen Film angucken und ich war wirklich sehr schnell fertig, da ein Baby nur eine sehr geringe Menge an Stammzellen benötigt!“

Eine Spende erfolgt zunächst immer anonym. Erst nach zwei Jahren dürfen sich Spender und Empfänger kennen lernen, wenn beide dies wünschen. „Am Anfang wusste ich nur, dass meine Stammzellen für ein Baby aus Lettland waren. Drei Jahre nach der Spende tauschten die Eltern und ich unsere Adressen über die offiziellen Wege und kurz darauf erhielt ich einen Brief von den Eltern. Sie schickten mir auch Fotos von der kleinen Empfängerin meiner Stammzellen und ich war sehr, sehr gerührt. Und sehr glücklich darüber, dass ich dem Mädchen das Überleben ermöglichen konnte.“

Auf einen Lebensretter hofft auch die Familie von Kevin. Der fünfjährige Junge aus Willich hat Blutkrebs. Nur eine Stammzelltransplantation kann sein Leben retten. Bislang wurde weltweit noch kein passender Spender für ihn gefunden. Um Kevin und anderen Patienten eine zweite Chance auf Leben zu schenken, organisieren Freunde und Verwandte gemeinsam mit der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei eine Aktion zur Gewinnung neuer Stammzellspender. Wer gesund und zwischen 18 und 55 Jahren alt ist und mindestens 50 Kilogramm wiegt, kann sich am Samstag, 31. Januar, von 11 bis 17 Uhr in der Gaststätte Krücken, Peterstraße 56, in Willich bei der DKMS registrieren lassen. Auch Geldspenden werden dringend benötigt: DKMS-Spendenkonto: IBAN DE40 3505 0000 0200 1599 03, BIC DUISDE33XXX.

Weitere Informationen unter www.dkms.de .

(StadtSpiegel)