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Hochaltar soll neu erstehen

Hochaltar soll neu erstehen
Nahezu zweidimensional hängen Teile des Hochaltars am Abschluss des Chors unter den Fenstern. Peter Theisen, Ulrich Bons, Klaus Fothen und Annette Hegger vom Kirchbauverein möchten, dass der wiederhergestellte neugotische Altar wieder den Blickfang im Chor bildet. FOTO: Schütz
Anrath. Als 1898 die Anrather Pfarrkirche eingeweiht wurde, hatte die dreischiffige neugotische Backsteinhalle einen knapp vier Meter breiten und nahezu acht Meter hohen Hochaltar, der mitten im Chor stand. Von Lutz Schütz

Als Folge des Beschlusses des zweiten Vatikanischen Konzils, die Feier der Eucharistie nicht mehr mit dem Rücken zum Volk durchzuführen, musste dieser Hochaltar weichen. Er wurde durch einen kleineren Altar ersetzt, hinter dem der Pfarrer jetzt mit Blick zur Gemeinde das Messopfer zelebrieren kann. Von dem Hochaltar sind nur noch die Hauptfigur des St. Johannes und die beiden seitlichen Altarbilder mit Szenen von zwei Wundern im Chorraum zu sehen.

Der große Altartisch aus Kalksteinen wurde 1966 komplett zerstört, aber zumindest die drei Messingtafeln mit alttestamentarischen Opferszenen, welche die Mensa einst geschmückt haben, sind noch im Pfarrarchiv vorhanden. Das gilt auch für Teile der Predella, die früher den eigentlichen Altaraufsatz, das Retabel, getragen hat. Im Archiv befindet sich auch die Figur des Heiligen Matthias, die früher den linken Flügel des Altars schmückte. Sie wurde vorsichtshalber abgebaut, nachdem Diebe 1973 die rechte Figur des heiligen Sebastians gestohlen hatten. Ebenso sind große Teile, besonders aus dem Bereich des Mittelpfeilers des Retabels, nicht mehr erhalten.

Der Kirchbauverein Anrath e.V. möchte nach der umfassenden Renovierung der Johannes-Kirche und der Restaurierung des Marien-Altares nun den ursprünglichen Hochaltar wieder herstellen. Die noch vorhandenen Teile sollen restauriert und so langfristig gesichert und die fehlenden Teile sorgsam ergänzt werden. Zudem soll der Chor durch den wohlproportionierten Blickfang wieder einen harmonischen Abschluss erhalten.

Die Kosten für dieses Projekt werden sich nach ersten Schätzungen des Vereins auf rund 80 000 Euro belaufen. Ein Grundstock ist vorhanden, aber der Verein ist vor allem auf Spenden angewiesen. Natürlich kann man auch als Mitglied im Verein zur Verwirklichung des Projektes beitragen (weitere Infos dazu unter www.kirchbauverein- anrath.de).

Was der Verein zudem benötigt sind alte Fotos, auf denen der komplette Altar oder Teile davon gut zu erkennen sind. Aktuell liegt dem Verein nur ein gutes Foto aus dem Jahre 1935 vor, auf dem aber nicht alle Details der Altaraufbauten zu erkennen sind.

(StadtSpiegel)