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Hilfe für Südafrikanerinnen

Hilfe für Südafrikanerinnen
Die neue KiTa besteht aus ausgedienten Containern. Auch die Zwischenräume sind überdacht. Foto: privat
Stadt Willich. Im südafrikanischen Township Mfuleni leben etwa 50 000 Menschen unter schwierigsten Lebensbedingungen und der damit verbundenen Aussichtslosigkeit, Frustration, Kriminalität. Trotz Aufhebung der Apartheid leiden sie weiterhin unter einem extrem schlechten Bildungssystem und hoher Arbeitslosigkeit. Von Lutz Schütz

Gerade Kinder sind betroffen, sie werden nicht gefördert und können ihre Talente nicht entfalten. Vor diesen Missständen konnte die Schiefbahnerin Verena Grips, die seit 2006 in Kapstadt lebt, ihre Augen nicht verschließen. Sie gehört zu den Mitgründern der Hilfsorganisation Matchbox, die Menschen unterstützt, die sich in den Townships für die Gemeinschaft und vor allem für Kinder einsetzen.

Mavis Ngcongolo ist eine von ihnen. Um den Kindern ihrer Umgebung eine bessere Kindheit zu ermöglichen, nahm sie etwa 90 Kinder tagsüber in ihrer eigenen Behausung auf, die aus

recycelten Materialien wie Pappe, Blech und Plastik gebaut war und weder über Koch- und Wascheinrichtungen noch wetterfeste Räumlichkeiten und genügend Außenraum verfügte. Trotzdem gelang es der Frau, eine liebevolle Atmosphäre zu schaffen und den Kindern bestmögliche Fürsorge zukommen zu lassen. Die Kita heisst auf Xhosa „Injongo“ – Lebenssinn, Bestimmung.

Die non-profit Organisation Matchbox versucht durch den Ausbau von inoffiziellen Kitas wie „Injongo“ und die Stärkung der Betreuerinnen und Eltern, das soziale Umfeld der Kinder zu stabilisieren.

Die Architektin Verena Grips ist als Projekt-Managerin für die nachhaltige Planung sowie den Ausbau der Kitas zuständig. Sie entwickelt nachhaltige Konzepte für die Kitas im engen Kontakt mit den Betreuerinnen, Eltern und der Nachbarschaft. Verena Grips hat ein Team von ehemals arbeitslosen jungen Männern zusammengestellt, das ausrangierte Schiffscontainer ausbaut. Diese werden dann zu Wohlfühlräumen oder Koch- und Sanitäranlagen und ersetzen die ehemaligen Papp- und Blechhütten. Auch der Außenraum wird überdacht.

Parallel zu dem Ausbau nehmen Betreuerinnen und Eltern an Weiterbildungsangeboten lokaler Partner-Organisationen teil – zum Beispiel im Gesundheitsbereich (Diabetes, Tuberkulose, HIV), aber auch in der Kindererziehung oder Traumabewältigung. Finanziert wird das alles durch Spenden.

(Report Anzeigenblatt)