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Helfen, weil es Freude macht

Stadt Willich. Sie gehören zum Bild einer jeden Großveranstaltung wie Ticketservice, Tontechniker oder Barteam: Sanitätsdienstpersonal steht jederzeit bereit, um Gästen und Mitwirkenden bei einer Erkrankung oder Verletzung schnell und qualifiziert medizinische Hilfe zukommen zu lassen. Von Lutz Schütz

Im Jahr 2013 leisteten die Helfer des Sanitätsdienstes der Willicher Malteser insgesamt 4.000 Stunden bei über 100 Sanitätsdiensten, ganz gleich ob es sich um ein Straßen- oder Pfarrfest, Konzert, Sportveranstaltung, Schützenfest oder Karnevalsveranstaltung handelt. Die Mannschaft des Sanitätsdienstes besteht derzeit aus 43 Helfern, welche je nach Fortbildungsstand über die Qualifikation des Rettungsassistenten, Rettungssanitäters, Rettungshelfer, Notfallhelfer oder Ersthelfer verfügen.

Einer von Ihnen ist Tim Robens (25), der sich nach seinem Zivildienst seit dem Jahr 2009 bei den Willicher Maltesern engagiert. Nach dem er im Rahmen des Zivildienstes bereits die Qualifikation Rettungshelfer erworben hatte, reizte es ihn sich weiter zu qualifizieren und er investierte noch einmal insgesamt 560 Stunden seiner Freizeit, um durch Theoriestunden, Krankenhauspraktikum und Rettungswachenpraktikum die Qualifikation Rettungssanitäter zu erlangen.

„Eigentlich wollte ich Lehrer werden, aber bereits durch meine Erfahrungen im Zivildienst habe ich meine Meinung geändert. Heute studiere ich Medizin in Essen und engagiere mich in meiner Freizeit weiterhin bei den Willicher Maltesern. Es macht mir Spaß, bei Sanitätsdiensten im Team zu arbeiten und mein Wissen in die Praxis umsetzen zu können“, so Robens.

Auch Lisa Coenes (19) und Charlotte Dücker (18) sind Teil der Mannschaft des Sanitätsdienstes. Beide hat es über den Schulsanitätsdienst des St. Bernhard Gymnasiums zu den Willichern Maltesern verschlagen- und sie bleiben beide gerne. „Anfangs war es reines Interesse an einer etwas anders gestalteten Schul-AG. Aber dann wurden wir nach und nach in das Vereinsleben der Willicher Malteser integriert. Insbesondere die Teilnahme an den montäglichen Helfer- und Ausbildungsabenden auf der Dienststelle macht Spaß, da man hier wirklich Gemeinschaft erlebt und sich gemeinsam für den Ernstfall weiterbildet“, so Coenes.

Auch Charlotte Dücker nutzt gerade ihre freie Zeit nach dem Abitur um sich zum Rettungshelfer ausbilden zu lassen. „Ich nehme gerne an Sanitätsdiensten teil, denn man weiß nie, was auf einen zukommt. Wenn ich von Freunden gefragt werde, warum ich das überhaupt meine Freizeit für die Malteser opfere und dann auch noch umsonst, antworte ich gerne: Einfach weil ich gerne helfe und es Spaß macht für andere Menschen dazu sein!“, erklärt Dücker ihre Motivation.

Damit sie sich engagieren können, müssen Ausbildung, Material und Fahrzeuge finanziert werden. Die Ausbildung zum Rettungshelfer kostet ca. 900 Euro pro Person, die zum Rettungssanitäter ca. 1.800 Euro. Damit ein Helfer ordentlich geschützt in den Einsatz gehen kann, benötigt er Einsatzkleidung und persönliche Schutzausrüstung im Wert von rund 500 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Anschaffung, Wartung und Ausrüstung der Krankenwagen und sonstiger Einsatzfahrzeuge. „Ich bin stolz darauf, wenn wir mit guter Ausrüstung und fundierter Ausbildung schnell und qualifiziert helfen können –schließlich ist es das, was die Veranstalter von uns erwarten“ so Tim Robens.

(StadtSpiegel)