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Heft dokumentiert Schicksale

Heft dokumentiert Schicksale
Präsentieren die neue Quellenedition zur Geschichte der Willicher Juden vor der Gedenkstele auf dem Schulgelände (v.l.): Andreas Päßler, Gymnasium, Bernd Dieter Röhrscheid, Ernst Kuhlen, Heimatverein, Mario Harperschmidt (verdeckt), Gymnasium, Margret Peters ,Leiterin des St.-Bernahrd-Gymnasiums, Udo Holzthal, Stadtarchiv, und Brigitte Schwerdtfeger, Beigeordnete der Stadt Willich. FOTO: Schütz
Stadt Willich. Dank Geldern vom Land NRW und dem Landschaftsverband Rheinland konnte die Stadt Willich jetzt die Quellenedition „Sachor“ zur Geschichte der Willicher Juden in der NS-Zeit veröffentlichen. Das jüngste Zeugnis der Zusammenarbeit zwischen dem St.-Bernhard-Gymnasium und dem Stadtarchiv Willich sowie dem Verein Heimat- und Geschichtsfreunde Willich enthält Briefe Überlebender, Dokumente zu den Deportationen und ein ausführliches Interview mit Chaim (Werner) Rübsteck. Von Lutz Schütz

Dieses Interview führte Angela Genger von der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf 1996 in Kiriat Bialik, Israel, mit dem Schiefbahner Holocaust-Überlebenden Werner Rübsteck. Nicht minder informativ sind aber auch die Briefe Überlebender an Schüler des St.-Bernhard-Gymnasiums, die den größten Teil der Quellenedition bilden. Bereits 1988 haben die Gymnasiasten im Rahmen des Landeswettbewerbes „Verschüttete Spuren“ ehemalige Willicher Juden angeschrieben, die vor dem NS-Terror ins Ausland geflüchtet waren. 2011 beteiligte sich eine 9. Klasse des Gymnasiums zudem an dem Projekt „Zug der Erinnerung“ und erforschte, welche Kinder und Jugendlichen aus dem Stadtgebiet Willich während der NS-Zeit in die Todeslager deportiert wurden (daraus entwickelte sich später die Initiative „Gegen das Vergessen – Stolpersteine in Willich“). Die Projektleitung hatte damals Bernd-Dieter Röhrscheid. So kamen beeindruckende Zeitzeugenberichte zusammen, die den größten Teil der Edition ausmachen. Von den Schülern recherchierte Dokumente, zum Beispiel zu den Deportationen, sowie eine Übersicht über die Schicksale der Willicher Juden ergänzen dies.

(StadtSpiegel)
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