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Halle brannte völlig aus

Halle brannte völlig aus
Die 50 x 50 Meter große Lagerhalle aus den 50er Jahren brannte in Schiefbahn völlig nieder. Die Polizei ermittelt noch wegen der Brandursache. FOTO: Feuerwehr
Großbrand in Schiefbahn. Am Mittwoch ist eine Halle aus den frühen 50er Jahren bis auf die Grundmauern abgebrannt. Von Kellys Grammatikou

Stadt Willich (kg).

Am „Das ist traurig“, sagt Wilhlem Otto.

Der 90-jährige, der heute im Schiefbahner Hubertusstift lebt kennt diese Halle noch genau. „Mein Vater hat sie damals für unser Geschäft gebaut. 1950 muss das gewesen sein“, erinnert er sich. Familie Otto, 1948 aus Sachsen Schiefbahn gezogen, fand hier einen Neuanfang. „Mein Vater hatte die Halle hier gebaut, um die großen Ballen Wolle und Seide aus Ägypten, Russland oder China zu stapeln“, erzählt Wilhelm Otto weiter. Dazu hatte sein Vater - auch mit Namen Wilhlem - das Holz für den Bau seinerzeit extra aus dem Schwarzwald anliefern lassen. „Das ist gutes Holz was da abgebrannt ist“, sagt Wilhelm Otto etwas wehleidig. In den 60er Jahren hatte Vater Wilhlem Otto dann den Betrieb und die Halle an die Warengenossenschaft verkauft.

Am Mittwoch morgen loderten die Flammen lichterloh in den Nachthimmel. Sofort wurden der Löschzug Schiefbahn zusammen mit dem Einsatzleitwagen aus Anrath zum alten Schiefbahner Bahnhof alarmiert.

Bereits bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte brannte die Lagerhalle, in welcher sich in den 70er und 80er Jahren die damalige Warengenossenschaft befand, bereits zum Teil in Vollbrand.

Da das Feuer drohte auf das westlich gelegene Wohnhaus überzugreifen und ersten Meldungen zufolge sich noch eine Person im Gebäude befinden sollte, konzentrierte sich der erste Löschangriff inklusive Menschenrettung zunächst auf den westlichen Bereich der Halle inklusive Wohnhaus.

Zum Glück stellte sich relativ schnell heraus, dass sich keine Person mehr im Gebäude befand.

Der ebenfalls alarmierte Löschzug Willich übernahm nach Eintreffen an der Einsatzstelle den südlichen Bereich der Halle und bekämpfte hier das Feuer und verhinderte das Ausbreiten auf dort befindliche Schaustelleranhänger. Der Löschzug Clörath sorgte indes für die Wasserversorgung.

Im weiteren Verlauf stürzte dann die östliche Giebelwand sowie das komplette Dach der Halle ein. Mittels eines angeforderten Baggers wurde im Bereich der westlichen Hallenseite eine Schneise eingerissen, um dort an versteckte Glutnester zu gelangen.

Im weiteren Verlauf wurden dann weitere Gebäudeteile aufgrund akuter Einsturzgefahr eingerissen.

Neben den Einsatzkräften aus Schiefbahn, Willich, Anrath und Clörath waren auch Kräfte aus Viersen mit diversen Sonderfahrzeugen im Einsatz. Insgesamt waren 110 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Deutschem Roten Kreuz im Einsatz. Zu Spitzenzeiten wurden zwölf C-Strahlrohre, zwei Wenderohre über Drehleiter sowie ein Wasserwerfer vorgenommen.

Messungen in der Umgebung und an der Einsatzstelle durch den ABC-Zug des Kreises Viersen verliefen während der gesamten Einsatzdauer negativ.

Durch die norme Hitzestrahlung wurden zwei in unmittelbarer Nähe geparkte Pkw leicht beschädigt. Verletzte gab es keine zu beklagen.

Die Nachlöscharbeiten zogen sich bis zum späten Nachmittag hin.

Die Kriminalpolizei war ebenfalls vor Ort und ermittelt hinsichtlich der Brandursache. Zur Schadenshöhe können keine Angaben gemacht werden.

(Report Anzeigenblatt)