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Hörbehinderte bei Feuerwehr

ist. 5 Vereinsmitglieder des Vereins Gib Zeit (Verein für Hörbehinderte), darunter viele Kinder und Jugendliche, haben jetzt den Löschzug Willich besucht, um die Arbeit der Feuerwehr kennenzulernen und – vor allem – um zu lernen, was im Falle eines Feuerwehreinsatzes zu tun Von Lutz Schütz

Willich.

Im Einsatzfall stellen vor allem die Wohnungsbrände für die Feuerwehr eine große Herausforderung dar, bei denen noch Personen in der Wohnung vermutet werden, die gerettet werden müssen.

Eine schlechte Sicht durch den Brandrauch, Hitze durch das Feuer und die stark eingeschränkte Kommunikation durch angelegte Atemschutzgeräte erschweren das Auffinden von Personen in der Wohnung. Gerade bei Kindern kann ein Wohnungsbrand eine extreme Angstreaktion auslösen und dazu führen, dass sie sich in der Brandwohnung förmlich verstecken, was das Auffinden zusätzlich erschwert. Erfahrungen haben zudem gezeigt, dass ein Feuerwehrmann mit angelegtem Atemschutz für Kinder optisch eine starke Ähnlichkeit mit „Darth Vader“ aus Star Wars hat und sich – durch das angelegte Atemschutzgerät – auch so anhört. Das kann die Angst noch vergrößern.

Einige Mitglieder des Löschzuges Willich haben eine spezielle Ausbildung für die Brandschutzerziehung. Regelmäßig wird mit Schulklassen und Kindergärten das richtige Verhalten in Notfällen geübt und dabei auch versucht, den Kindern die Angst vor „Darth Vader“ zu nehmen. So lag der Fokus des Treffens, neben den Fragen der erwachsenen Gäste, auf der Aufklärung der kleinen Teilnehmer.

Der Besuch des Vereins Gib Zeit war auch für den Löschzug Willich etwas Neues und hat den Feuerwehrleuten gezeigt, mit welchen Problemen man als Gehörloser im Notfall zu kämpfen hat. So stellt bereits das Absetzen eines Notrufes eine Herausforderung für die Betroffenen dar. Das gilt erst recht für die Kommunikation mit Feuerwehrleuten, Rettungsdienst und Notarzt, wenn Hörgeräte verloren gegangen sind oder beschädigt wurden.

Auch war die Funktionsweise von Rauchmeldern ein Thema. Die Vereinsmitglieder informierten die Feuerwehrleute darüber, dass es hier spezielle Rauchmelder gibt, die neben den lauten Tönen noch mit hellen Lichtblitzen warnen.

Initiiert hatten das Treffen die Eheleute Alexandra und Tobias Wynands. Beide sind hörbehindert. Tobias Wynands ist langjähriges Mitglied im Löschzug Willich, seine Frau ist beim Verein Gib Zeit angestellt.

(StadtSpiegel)
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