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Grüne wollen mehr ökologischen Landbau

Stadt Willich. Die Grünen haben für die Sitzung des Umweltausschusses der Stadt Willich am Donnerstag, 4. Oktober, den Antrag gestellt, die Bewirtschaftungsvorgaben für verpachtete landwirtschaftliche Nutzflächen der Stadt zu ändern. Von Lutz Schütz

So möchten die Grünen, dass bei Neuverpachtungen vorrangig Betriebe berücksichtigt werden, die sich verpflichten, mit der Bewirtschaftung einen Mehrwert für Natur und Artenvielfalt zu erzeugen. Dies könne zum Beispiel durch die Bewirtschaftungsvorgaben des ökologischen Landbaus geschehen. Zumindest sei eine Bewirtschaftung ohne Total-Herbizide (wie Glyphosat) und/oder Insektizide (wie Neonikotinoide) vorzusehen.

Für Landwirte in bestehenden Verträgen, die vor Ende des Pachtvertrages freiwillig vorzeitig auf ökologische Bewirtschaftungskriterien umstellen, soll die Pacht für die entsprechende Fläche für die Restdauer des Pachtvertrags (zusätzlich zur Inanspruchnahme weiterer EU-, Bundes-oder Landesförderung) entfallen.

Die Grünen wünschen zudem, dass bei Neuverpachtungen die naturfreundlichere Ausrichtung der Bewirtschaftung und der Verzicht auf Maximalerträge seitens der Stadt honoriert werde, indem ein Abschlag (ein Drittel) vom normalen Pachtzins vorgenommen werde. Darüber hinaus soll die Anlage von ausreichend breiten Blühstreifen entlang der Felder vereinbart werden.

Die Grünen begründen den Antrag damit, dass in der herkömmlichen Landwirtschaft Pestizide eingesetzt werden, um Flächen von unerwünschten Kräutern und Gräsern frei zu halten oder um gegen Insekten vorzugehen. Einige der Mittel stünden zudem im Verdacht, Krebs zu erregen, die Fortpflanzung zu schädigen oder hormonelle Wirkung zu haben.

Für viele Tier-und Pflanzenarten seien Pestizide zudem ein Verhängnis. Denn nicht nur unerwünschte Wildkräuter und Insekten würden beseitigt, sondern auch Honigbienen, Wildbienen, Schmetterlinge und Fledermäuse. Entweder würden die Pestizide Insekten oder Wildkräuter direkt direkt töten und schädigen oder sie würden ihren Lebensraum und ihre Nahrung dezimieren. Von den fast 600 Wildbienenarten in Deutschland stünden rund die Hälfte auf der Roten Liste. Dabei seinen blütenbesuchende Insekten unentbehrlich für die Bestäubung von Wild-und Kulturpflanzen. Sie erhielten die Pflanzenvielfalt und würden auch landwirtschaftliche Erträge und damit die Ernährung der Menschen sichern.

(Report Anzeigenblatt)