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Glocke hängt wieder

Schiefbahn. So recht wollte das trüber Wetter nicht zum erfreulichen Anlass passen: Aus dem grauen Morgenhimmel schwebte sie am Montag heran. Die 200-Kilo-Glocke „Paululus“ wurde von einem beeindruckenden Kran wieder in den 1963 gebauten Turm neben der Klosterkirche gehoben. Von Lutz Schütz

Im letzten Jahr war Paululus, eine der beiden Glocken, aus Sicherheitsgründen abgebaut worden: Roststellen an einigen Verankerungen waren der Grund, einen Absturz mit fatalen Folgen für Passanten wollte natürlich niemand riskieren. Dank viel ehrenamtlichen Einsatzes wurde die komplette Restaurierung nun möglich. Alfred Kopp, Präsident der St. Johannes Bruderschaft Niederheide, hatte seinerzeit Hilfe zugesagt, ebenfalls Jürgen Reimann (er ist Mitglied der Schiefbahner St. Sebastianus Bruderschaft und hat eine Schlosserei in Mönchengladbach). Und vor allem Paul Breitmar, 76-jähriger Niederheider, gelernter Maschinenbauschlosser, der schon häufiger als guter, ehrenamtlicher Geist auf dem Schulgelände tätig war. Er schweißte allein rund 60 Stunden an der in die Jahre gekommenen, teilweise durchgerosteten Konstruktion im Glockenturm: Ihm war gestern auf dem Dach die Aufregung, mit dem er die komplette Aktion dirigierte, deutlich anzumerken – und die Freude, dass alle so gut gelaufen ist.

Jetzt ist also alles wieder sicher – und die ebenfalls überarbeitete „Paululus“ (eine Verniedlichungsform, es steht etwa für „klein“ oder „winzig“) konnte nach der Segnung am Sonntag wieder per Kran aufs Dach transportiert und anschließend mit Geschick, dem ebenfalls per Kran aufs Dach gehievtem Gabelstapler und Muskelkraft an den dafür bestimmten Ort gewuchtet werden.

Mit von der luftigen Partie auf dem Flachdach über dem Stadtarchiv war Bürgermeister Josef Heyes, der selbst Hand anlegte, Kaffee fürs Team orderte und allen Beteiligten dankte. Und auch Christos Apostolidis vom städtischen „Objekt und Wohnungsbau“ überzeugte sich von der Sicherheit der Konstruktion vor Ort äußerte sich sehr lobend über den fachmännischen Einsatz: „Die wissen, was sie tun – und machen es gut.“

(StadtSpiegel)