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Glatteis: 20-Jähriger stirbt

Glatteis: 20-Jähriger stirbt
Auf der Fahrerseite war das Dach bis auf die Höhe des Lenkrads eingedrückt: Bei der Bergung des Unfallfahrzeuges zeigte sich das ganze Ausmaß des Schadens. FOTO: Günter Jungmann
Willich-Anrath. Was für ein tragischer Unfall: In der Nacht zum Donnerstag, gegen 1.40 Uhr, kam ein 20-Jähriger aus Willich auf der L 361/Beckershöfe mit seinem Corsa auf Grund von Glatteis von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Danach rutsche der Wagen eine Böschung hinunter. Während der schwer verletzte Beifahrer, ebenfalls 20 Jahre alt, die Windschutzscheibe eintreten und sich aus dem Wrack befreien konnte, starb der Fahrer noch am Unfallort. Von Lutz Schütz

Feuerwehr und Rettungsdienst bot sich vor Ort ein Bild des Grauens. Der Rettungsdienst übernahm sofort die Versorgung des verletzten Beifahrers und musste zudem auch zwei geschockte Ersthelferinnen betreuen.

Die Feuerwehr sicherte als erstes die Unfallstelle ab und streute dann alle Glatteis-Stellen im Umfeld ab. Denn der Streuwagen der für die Landesstraßen zuständigen Behörde – Straßen NRW – passierte erst gegen 2.50 Uhr während der Bergung des Corsa die Unfallstelle.

Dazu erklärt der Pressesprecher von Straßen NRW, Stephan Lamprecht: „Unsere Streufahrzeuge waren am Donnerstag ab 2 Uhr im Einsatz.“ Denn während Autobahnen 24 Stunden lang befahrbar sein sollen, gilt selbst für wichtige Straßen für den überörtlichen Verkehr, dass sie nur von 6 bis 22 Uhr befahrbar sein müssen (laut dem bundesweit gültigen „Anforderungsniveau Winterdienst“).

Befahrbarkeit schließt ein, dass mit Behinderungen (auch mit einer geschlossenen Schneedecke) auf den Straßen gerechnet werden muss. Eine Garantie oder gar ein Recht auf geräumte und rutschsichere Fahrbahnen gibt es nicht. Im Bundesfernstraßengesetz heißt es dazu: „Die Träger der Straßenbaulast sollen nach besten Kräften ... die Bundesfernstraßen bei Schnee und Eisglätte räumen und streuen.“ Stephan Lamprecht unterstreicht: „Im Winter muss man immer damit rechnen, dass es glatt sein könnte!“

Der Beifahrer wurde schwerverletzt mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus in Krefeld gebracht. Die L 361 musste für die Dauer der Unfallaufnahme

für rund drei Stunden gesperrt werden.

(Report Anzeigenblatt)