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Gehen Leitlinien zu weit ?

Gehen Leitlinien zu weit  ?
Fröhlicher Farbpunkt im grauen Einerlei oder Abwertung der gesamtstädtischen Perspektive? – Sogenannte Kundenstopper wie zum Beispiel klappbare Plakatständer oder weithin sichtbare Beachflags (Bild) sind der Verwaltung und Professor Nicolas Beucker vom Kompetenzzentrum Social Urban Design der Hochschule Niederrhein ein besonderer Dorn im Auge. FOTO: Schütz
Willich. Heute Abend steht die Präsentation des Handbuchs „Gestaltungsleitlinien für den Ortskern von Alt-Willich“ auf der Tagesordnung des Planungsausschuss der Stadt, der ab 18 Uhr im Technischen Rathaus in Neersen am Rothweg tagt. Von Lutz Schütz

Im Vorfeld rumort es kräftig unter den Willicher Einzelhändlern. Vielen gehen die Leitlinien zu weit. „Die Umsetzung darf nicht Knall auf Fall erfolgen“, sagt Rolf Kluth, Inhaber der Fashionworld. Er erwartet eine Übergangszeit von mindestens fünf Jahren. Zudem sollte die Stadt feste Zuschüsse für Neuanschaffungen zahlen. Claudia Greis sieht keinen Anlass sowohl eine neue Markise als auch eine neue Bestuhlung für ihre Bäckerei mit Außengastronomie anzuschaffen. „Wir müssen nach der Fertigstellung des Marktes erst einmal die Verluste hereinholen, die von den Baumaßnahmen verursacht worden sind“, betont sie.

Ihrem Nachbarn Ulrich Keesmakers vom „Eishimmel“ gehen die Leitlinien viel zu sehr ins Detail. Zudem bemängelt er, dass die betroffenen Händler nicht genug in die Entwicklung des Handbuchs einbezogen worden seien. Seiner Meinung nach müsse es Bestandsschutz für das Vorhandene geben. Zudem befürchtet er, dass die Vielzahl von Auflagen zukünftig ansiedlungswillige Händler abschrecken wird.

Gehör gefunden haben die Willicher Einzelhändler bereits bei der FDP-Fraktion. Diese hat eine Reihe von Änderungsanträgen für die „Satzung der Stadt Willich über die Gestaltung von Werbeanlagen und Warenautomaten in der Innenstadt von Alt-Willich“ gestellt und fordert die Beschlussfassung bis zum ersten Quartal 2019 zurückzustellen. Konkret möchte die FDP keine Privilegierung städtischer Gebäude. Zudem müsse die Werbung von Parteien – auch in Wahlkampfzeiten – in der Willicher City untersagt werden. Im Falle einer notwendigen Ersatzbeschaffung von Außenmobiliar sollen auch unterschiedliche Tische und Stühle angeschafft werden können. Einheitlichkeit soll lediglich wünschenswert sein. Auch Sonnenschirme mit Werbeaufdruck möchte die FDP zulassen. Ebenso sollen die Regelungen zur „Umschließung der Außengastronomie“ großzügiger gestaltet werden.

Zudem fordert die FDP angemessene Übergangsregelungen und einen angemessenen Bestandsschutz sowie ein städtisches Förderprogramm zur Schaffung von Anreizen für eine freiwillige Umgestaltung von Werbeanlagen und Außengastronomiebereichen im Sinne der Leitlinien.

(StadtSpiegel)
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