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Flöthbach-Baby: Prozess am Krefelder Landgericht

Anrath/Krefeld. Am 9. März beginnt um 9 Uhr vor der 1. Großen Strafkammer des Krefelder Landgerichtes der Prozess gegen die Eltern des Babys, das am 12. September 2014 tot und schon stark verwest in einer Stofftasche im Flöthbach in Anrath gefunden wurde. Von Lutz Schütz

Die Anklage lautet nur auf Totschlag, weil die Staatsanwaltschaft von eingeschränkter Steuerungsfähigkeit ausgeht. Angeklagt sind die 21 Jahre alte Mönchengladbacherin Samantha M. und der 20 Jahre alten Dortmunder Dennis F., die damals in Anrath lebten. Hinweise aus der Bevölkerung führten zu ihrer Festnahme.

Die Angeklagten waren seit September 2013 ein Paar. Als M. von dem Angeklagten F. ungewollt schwanger wurde, soll sie sich überfordert gefühlt haben, ebenso wie F., der die Schwangerschaft erst sehr spät bemerkt haben will. Alternativen zur Tötung, wie die Freigabe zur Adoption oder die Abgabe in einer Babyklappe, sollen besprochen, aber verworfen worden sein. Ende Juli, Anfang August brachte die Angeklagte im Badezimmer der Anrather Wohnung den männlichen Säugling zur Welt. Anschließend soll sie ihn in der Toilette ertränkt und ihm mit einer Schere die Kehle - oberflächlich – durchschnitten haben. Die Leiche soll sie dann in einen Plastikbeutel gelegt und diesen F. übergeben haben. Er soll dann das Paket in einen Stoffbeutel, den er mit zwei Spaltkeilen beschwerte, verstaut und in den Flöthbach geworfen haben, wo die Leiche erst nach mehreren Wochen von spielenden Kindern entdeckt wurde.

(StadtSpiegel)
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