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Film zur Deportation einer Anratherin

Film zur Deportation einer Anratherin
Ein Foto von den Dreharbeiten in Süchteln zu dem Film „Anrath“. Zu sehen ist, wie der Ortsgruppenleiter den Deportationsbefehl an einen Schutzpolizisten weiterreicht, kurz bevor er sich und seine Familie mit einem Auto in Sicherheit bringt. FOTO: Schupetta
tadt Willich. Offizielle Deutschland-Premiere feiert der Kurzfilm „Anrath“ am Sonntag, 3. April, um 16 Uhr in der Fabrik Heeder (Studiobühne 2) in Krefeld an der Virchowstraße. Veranstalter ist die NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld Villa Meerländer mit der Leiterin Ingrid Schupetta. Von Lutz Schütz

Der Kurzfilm „Anrath“ bezieht sich auf Angaben der Krefelder Zeitzeugin Lore Gabelin, einer Halbjüdin. Sie erzählte die Geschichte einer Verwandten, die zu der letzten Deportation aus Krefeld im September 1944 aus Anrath von einem Gestapo-Beamten persönlich mit dem Fahrrad abgeholt wurde.

Als der Regisseur Gregor Höppner den Bericht über diesen Vorfall in dem Buch von Eric Johnson las, war er wie elektrisiert. Die körperliche Nähe zwischen Opfer und Verfolger ging ihm nicht aus dem Sinn und er musste daraus einen Film machen.

Die Basis des Kurzfilms ist eine Geschichte, die auf einem realen Ereignis, beruht. Der Regisseur interpretierte das mit filmischen Mitteln. Der Film zeigt, dass es in diesem Fall immer wieder Handlungsalternativen gab. Deswegen eignet er sich besonders gut als Impuls für eine Unterrichtsstunde.

Der Kurzfilm „Anrath“ wurde inzwischen mit Erfolg auf mehreren internationalen Festivals gezeigt. Am Nachmittag des 3. April haben auch alle Bürger der Stadt Willich die Gelegenheit, bei der ersten öffentlichen Vorführung zugegen zu sein und anschließend mit Regisseur Gregor Höppner über das Gezeigte zu reden.

Da die Stadt Krefeld Film und Premiere unterstützt, ist der Eintritt frei. Spenden für die Arbeit des Vereins Villa Merländer sind aber willkommen.

(StadtSpiegel)