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Erste Anrather Schützenkönigin

Erste Anrather Schützenkönigin
Das Königshaus um Marco I. Gotzes genießt den Großen Zapfenstreich im trockenen Festzelt statt auf dem verregneten Markt. FOTO: Kunze
Anrath. Am Montag wurde in Anrath Geschichte geschrieben. Mit dem 60. Schuss holte Natascha Oerschkes den Königsvogel von der Stange – gut ein halbes Jahrzehnt, nachdem die Bruderschaft den Weg für weibliche Monarchen frei gemacht hatte. Von Lutz Schütz

Die 25 Jahre alte Friseurin tritt damit in die Fußstapfen ihres stolzen Vaters Alexander und ihres Onkels Dr. Ralf Oerschkes, die beide bereits das Königssilber getragen haben. Aus ihrer Gruppe, den Anrather Mädels, formiert sich mit den Ministerinnen Yvonne Otto und Nadine Limbach sowie Königsoffizier Sabrina Wallraf ein rein weibliches Königshaus. Als zweiten Wachzug haben sich die Anrather Mädels die ebenfalls weibliche Gruppe der Anrather Musketiere erkoren.

Etwas überrascht fand sich die künftige Monarchin bei den Ehrentänzen im Mittelpunkt des Interesses. Der noch amtierende König Marco I. Gotzes wirbelte mit der jungen Frau, der er von Herzen besseres Wetter wünschte, unter Blumenregen über den Tanzboden.

Bei allem Jubel hatte das Schützenfest am Sonntag mit massiven Regenfällen zu kämpfen. Der große Festzug endete schon nach Minuten im Platzregen. König Marco I. Gotzes sorgte für trockenen Transport der zahlreichen Damen von der Hausbroicher Straße zum Festzelt. In einer kurzen Regenpause schlugen sich Schützen und Gastvereine zum Festzelt durch. Etwas traurig verzichtete Marco I. auf die Parade, weil ihm wichtiger war, „dass meine Schützen einigermaßen trocken ins Zelt kommen“. Dort wurde der Monarch mit seinen Ministerpaaren Dietmar und Marita Kivelip sowie Klaus-Dieter und Monika Will mit dem Königsoffizierspaar Andreas mit Silvia Tives durch hervorragende Stimmung belohnt. Um den Monarchen in der lauen und trockenen Nacht zu entschädigen, zogen die Meisterschützen und einige Husaren kurz nach Mitternacht vor der Tribüne am Markt zur nächtlichen Parade im Schein von eilig beschafften Pechfackeln auf. Ehrensache, dass der Hoffotograf die muntere Truppe vor dem Portal der Johanneskirche noch ablichtete.

Mit den jungen Meisterjägern und dem evangelischen Pfarrer Christoph Kückes feierten in diesem Jahr einige Anrather ihr erstes aktives Schützenfest. Und Meisterschütze Stefan Berner kam erst am Samstag nach einer Beinoperation aus dem Krankenhaus und wurde von seinen Schützenbrüdern im Rollstuhl geschoben – dabei hatte er sein Fest bereits abgeschrieben!

(StadtSpiegel)