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Ein Hoch auf die „Schieber“

Ein Hoch auf die „Schieber“
Ein herkömmlicher „Schieber“, der noch manuell geöffnet oder geschlossen werden muss. Eine Automatikklappe wird ihn in naher Zukunft ersetzen. FOTO: Wasser- und Bodenverband
Neersen. Wer den Weg rechts der Niers im Bereich Neersen bis Süchteln schon einmal genutzt hat, hat sie vielleicht schon gesehen: Seit vielen Jahrzehnten befinden sich dort Absperrbauwerke, sogenannte „Schieber“, die die Nebengewässer der Niers von der Niers trennen. Von Lutz Schütz

Diese Absperrbauwerke wurden seinerzeit errichtet – die genauen Umstände sind nicht mehr zu ermitteln –, um im Falle von Hochwasser einen Rückstau aus der Niers in die Nebengewässer zu verhindern. „Im Zuge der nach der EG-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie erforderlichen neuen Ausweisung von Überschwemmungsgebieten der Niers, bestand die Möglichkeit, die Absperrbauwerke mit einzubeziehen und damit die Überschwemmungsgebiete entsprechend kleiner auszuweisen“, erklärt Christoph Rüber, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes. „Dazu war allerdings erforderlich, die Schieber im Rahmen der satzungsgemäßen Aufgaben des Verbandes als Anlagen am Gewässer genehmigen zu lassen“, erläutert er weiter.

„Durch die inzwischen vorliegende Genehmigung können große Teile der bebauten Flächen am Grenzweg aus dem Überschwemmungsgebiet der Niers ausgeklammert werden, so dass die Eigentümer der Grundstücke keine Wertverluste ihrer Grundstücke hinnehmen müssen“, ergänzt Peter Joppen, Vorstandsvorsitzender des Wasser- und Bodenverbandes. „Auch wenn das Genehmigungsverfahren fast drei Jahre gedauert hat, zeigt dieser Fall einmal mehr, dass durch Kooperation von Behörden Gutes für den Bürger bewirkt werden kann. Insoweit sind wir der Bezirksregierung Düsseldorf und dem Kreis Viersen als Genehmigungsbehörde dankbar, dass sie den Verband bei dem Versuch, eine Lösung im Sinne der Bürger zu finden, unterstützt haben“, lobt Herr Joppen die übrigen Beteiligten.

Hans-Josef Windbergs, Bereichsleiter Technik des Wasser- und Bodenverbandes erläutert das weitere Vorgehen: „Derzeit werden die Schieber mit einer Sicherung versehen, die ein unberechtigtes Bedienen der Schieber durch Dritte verhindert.“ Ein Schließen und Öffnen der Schieber zur falschen Zeit, kann zu Überschwemmungen oder Vernässungen des Hinterlandes führen. Das Herbeiführen von Überschwemmungen stellt sogar eine Straftat dar.

„In weiterer Zukunft soll der Faktor ‚Mensch‘ bei der Bedienung der Schieber ausgeschlossen werden, indem alle heute noch manuell betriebenen Schieber in Automatikklappen umgebaut werden, die einen automatischen Betrieb abhängig vom Wasserstand der Niers gewährleisten“, so Windbergs weiter. Schon jetzt betreibt der Verband drei Automatikklappen, zwei davon am Grenzweg in Neersen.

(Report Anzeigenblatt)