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Echt trauriger Anblick

Echt trauriger Anblick
Von unten wächst neues Efeu hoch, der größte Teil der Schallschutzmauer ist aber unbegrünt. Die Folie weist viele Löcher auf. Die Bewässerung – durch eine solarbetriebene Grundwasserpumpe (kleines Bild) – soll wieder funktionieren. FOTO: Schütz
Willich. Zahlreiche Anwohner von Merkur-, Vernus-, Neptun- und Jupiterstraße sowie von Mars- und Plutoweg haben sich jetzt bei der Stadt über den untragbaren Zustand der Schallschutzwand an der Korschenbroicher Straße beschwert. Sie ärgern sich darüber, dass die Wand ihren Zweck nur noch bedingt erfüllt und sehen sogar eine Brandgefährdung. Von Lutz Schütz

In einem Brief an die Stadt, dem eine Unterschriftenliste beigefügt war, bemängelten die Bürger, dass sich der Zustand der Wand schon seit Jahren verschlechtere und dass ihre zahlreichen Beschwerden bislang kein Gehör gefunden hätten. Aktuell würde die Wand ihren planungsrechtlichen Zweck (Schallschutz) nicht mehr erfüllen, weil die ursprüngliche Begrünung in weiten Teilen vertrocknet sei. Die Mauer sei in vielen Teilen löchrig geworden, weil Tiere die abdichtende Folie zerfressen hätten. Zudem sei Granulat ausgetreten. Vor einigen Jahren sei es sogar zu einem Brand gekommen, weil sich das vertrocknete Gestrüpp entzündet habe. Vertrocknet sei die Begrünung vor allem, weil eine von Solarelementen gesteuerte Bewässerung schon nach wenigen Jahren nicht mehr richtig funktioniert habe.

Der Stadtverwaltung sind die Mängel bekannt. Sie führt sie auf Vandalismus und eine speziell bei großflächigen Efeubeständen auftretende Erkrankung zurück. Sie weist darauf hin, dass die Lärmschutzwand in den letzten Jahren „systematisch saniert“ worden sei. So sei das Bewässerungssystem komplett auf den Mauerkopf verlegt worden. Kletterpflanzen, die im April 2014 am Fuß der Wand gesetzt worden seien, hätten sich gut entwickelt. Mittelfristig soll die Wand so neu begrünt werden.

Die Wekelner Bürger sehen dies allerdings etwas anders. Sie befürchten einen Wertverlust ihrer Grundstücke aufgrund der zunehmenden Lärmbelästigung. Artur Niestroj und Stefan Simmnacher sowie weitere Anwohner – vor allem der Merkurstraße – wollen jetzt prüfen, ob sie rechtliche Schritte einleiten können.

(Report Anzeigenblatt)
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