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Dominique im Jugend-Landtag

Dominique im Jugend-Landtag
Dominique Muller aus Schiefbahn nahm am 9. Jugendlandtag teil.
Stadt Willich. Ein Wochenende voller neuer Erfahrungen: Jüngst fand der 9. Jugend-Landtag Nordrhein-Westfalen statt. Von Kellys Grammatikou

199 Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren nahmen über drei Tage die Plätze der Abgeordneten ein und erlebten den parlamentarischen Alltag hautnah. Dominique Muller aus Schiefbahn gewann sogar die Wahl zur stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU-Fraktion, mit 72 Abgeordneten die Größte im Landtag.

Über drei Tage hatten die Mitglieder des Jugend-Landtags die Aufgabe, anhand mehrerer Anträge Debatten zu führen und für ihre Ansichten zu werben. Über „Das Fach Informatik an weiterführenden Schulen“ und ein „NRW-Ticket für FSJler und Auszubildende“ wurde am meisten diskutiert. Hierbei galt es zunächst, die Meinung der eigenen Fraktion in fünf Fraktionssitzungen zu erfassen und bei Bedarf Änderungsanträge zu formulieren. Hintergrundinformationen zu den einzelnen Anträgen erhielten die Teilnehmer in jeweils einer Expertenanhörung zu beiden Themen. Ausschusssitzungen eröffneten viele Diskussionsmöglichkeiten, auch über Parteigrenzen hinweg. „Spannend war“, so Muller, „die vielen unterschiedlichen Ansichten auch innerhalb einer Fraktion zu diskutieren.“

Der 17-Jährigen Abiturientin wurde eine ganz besondere Aufgabe zuteil: Sie wurde zur stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der 72-köpfigen CDU-Fraktion gewählt. Als Willicher CDU- und JU-Mitglied kennt sie den Parteialltag bereits gut und fand sich schnell in ihrer neuen Position zurecht. „Durch den Jugend-Landtag hatte ich die Möglichkeit, mal hinter die Kulissen des großen Landtags zu schauen und politische Vorgänge besser zu verstehen“, erzählte die 17-Jährige, die zurzeit auch ein vierwöchiges Praktikum beim CDU- Kreisverband Viersen absolviert. Die Arbeit des Wahlkreisbüros von Bundestagsmitglied Uwe Schummer ist ihr nun auch bekannt. „Sowohl der Jugendlandtag als auch das Praktikum haben mir wertvolle Erfahrungen gebracht. Die ’große’ Politik selbst zu gestalten ist etwas besonderes“, so die junge Willicherin. Im Herbst möchte sie ein Studium der Politikwissenschaften beginnen und sich weiterhin für die CDU engagieren.

Die „echten“ Abgeordneten kamen zu einem parlamentarischen Abend ebenfalls in den Landtag, um ihren Vertretern bei einem gemeinsamen Essen noch ein paar hilfreiche Hinweise zu geben. „Auch lustige Geschichten aus dem Landtagsgeschehen gab es zu hören“, schmunzelt Muller.

Das Planspiel wurde mit einer großen Plenarsitzung beendet, in der auch Abstimmungen zu den verschiedenen Themen stattfanden: Nach andauernden und kurzfristigen Verhandlungen zwischen den Parteien konnte jeder Antrag mit Änderungen beschlossen werden. Die Abgeordnete des Jugend-Landtags ist zufrieden: „Sowohl intra- als auch interfraktionell hat die Zusammenarbeit hervorragend funktioniert. Deswegen konnten wir mehrere Debatten in unserem Sinne entscheiden.“ SPD und FDP stellen außerdem noch einen Eilantrag zur Änderung des neuen Polizeigesetzes, der entgegen der Position der Regierungskoalition durchgesetzt wurde.

„Es ist eine Riesenchance gewesen, am Jugend-Landtag teilzunehmen und ich bin sehr dankbar dafür. Auch, weil junge Menschen wieder deutlich stärker an die Politik herangeführt werden müssen”, erklärt Dominique Muller. Die „echten“ Abgeordneten des Landtags werden nun über die Anträge diskutieren und gegebenenfalls sogar Beschlüsse fassen.

(Report Anzeigenblatt)