| 13.42 Uhr

Cleverer Opa legt Halunken das Handwerk

Cleverer Opa legt Halunken das Handwerk
Der neureiche Heitmann sieht in dem Opa eine lohnende Investition. Schließlich soll der Alte zwei Häuser besitzen. FOTO: max
Stadt Willich. Laut, kernig und temporeich, die Komödie "Opa wird verkauft" feierte am Samstagabend Premiere bei den Schlossfestspielen Neersen und wurde vom Publikum begeistert aufgenommen. Von Lutz Schütz

Intendantin und Regisseurin Astrid Jacob hat bei der Inszenierung erneut die Handlung mit leicht ironischen und surrealen Szenen gebrochen. Ein Kunstgriff, den sie im vorigen Jahr schon bei der modernen Inszenierung des "Eingebildeten Kranken" benutz hat. Vor allem der Umbau des Bühnenbildes, bei dem das ganze Ensemble anpackte, wurde zur Musik des Stücks "Bonnie und Clyde" der "Toten Hosen" zur kleinen Rockoper. Dafür gab es großen, spontanen Applaus der Premierengäste.

Zur Handlung nur soviel: Ein nervender Großvater, ein bald fälliger Wechsel, da sagt Bauer Erhard (kraftvoll gespielt von Jan-Christof Kick) nicht Nein, zum Angebot des neureichen Max Heitmann (im J.R. Ewing-Stil von Hartmut Scheying dargestellt), ihm den Opa für 1 000 Euro abzukaufen, natürlich mit Hintergedanken. Der Kauf wird besiegelt und Opa zieht vom Pleite-Hof in das Anwesen der Heitmanns um, wo ihn auch Heitmanns Frau Hanne (Claudia Dölker, mit Punker-Frisur wie einst Gloria von Thurn und Taxis) zu bezirzen versucht. Aber Opa beruhigt das Publikum: "Dieser Heitmann ist ein Mordshalunke, aber ich bin ihm über." Weitere Handlungsstränge: eine Liebesaffäre zwischen Bauernsohn Hansi (Holger Stolz) und Heitmann-Tochter Eva (Isabell Dachsteiner) sowie die Wiedervereinigung der Geschister Alwine (Maja Elsenhans) und August Roehrig (Sven Post).

Alles wurde von Regisseurin Astrid Jacob kräftig durcheinandergewirbelt und herausgekommen ist ein Stück mit viel Wortwitz und Slapstick, das von einem gut aufgelegten Ensemble präsentiert wird.

(StadtSpiegel)
Weitere Empfehlungen für Sie!Anzeige