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Appell an Mönchengladbach

Stadt Willich. Am Mittwoch hat Bürgermeister Josef Heyes seinen Mönchengladbacher Kollegen Hans Wilhelm Reiners besucht. Heyes übergab im Namen der Bürgermeister des Kreises Viersen einen Brief an den Rat der Stadt Mönchengladbach. Darin geht es um die gewünschte Verlängerung der Regiobahn von Kaarst nach Viersen. Von Lutz Schütz

Bislang ist der Oberbürgermeister nämlich kein Befürworter der Verlängerung der Regiobahn über Mönchengladbacher Stadtgebiet. Die mögliche Ablehnung des Projektes durch den Rat der Vitusstadt erfülle die Stadt Willich „mit großer Sorge“, so Heyes. Seit Sommer 2000 bemühe man sich darum, die Verlängerung der Regiobahn von Kaarst zunächst bis nach Schiefbahn und seit 2008 gemeinsam mit dem Kreis Viersen bis nach Viersen auch unter Beteiligung der Stadt Mönchengladbach, voranzutreiben. Heyes: „Aus dem linksrheinischen Raum bestehen starke Pendlerverflechtungen nach Düsseldorf. Zur Verbesserung der SPNV-Verbindungen nach Düsseldorf ist die Streckenverlängerung der Regiobahn über Kaarst nach Willich und Viersen dringend erforderlich. Die Verlängerung der Strecke nach Westen macht sie für weitere Bevölkerungsteile des Gebiets zwischen Düsseldorf, Mönchengladbach und Viersen zugänglich. Ebenso werden deutliche Reisezeitvorteile für die Berufs- und Ausbildungspendler sowie für die sonstigen ÖPNV-Nutzer erzielt.“

Die noch gewidmete Trasse sei fortlaufend freigehalten worden und könne durchgängig wieder genutzt werden. Auch der Norden von Mönchengladbach würde von einem Haltepunkt in Neersen an der Stadtgrenze zu Mönchengladbach profitieren, der eine kurze und bequeme Anbindung an Neuss und Düsseldorf sowie umgekehrt darstellen würde.

Eine Variante einer Machbarkeitsstudie der Streckenverlängerung von Kaarst über Viersen nach Venlo, die eine die Verlängerung der S 28 bis Viersen im 20-Minuten-Takt unter Beibehaltung des RE 13 Viersen-Venlo vorsieht, schließe auch in Sachen Kosten-Nutzen-Analyse „mit einem hohen positiven Nutzen-Faktor“ ab: „Mit dieser Variante können sowohl die Interessen der Stadt Mönchengladbach bezüglich einer schnellen Verbindung zwischen Düsseldorf und den Niederlanden (RoCK) als auch die Interessen des Kreises Viersen, der Städte Viersen und Willich berücksichtigt werden.“ Um überhaupt in eine Förderung einbezogen zu werden, sei allerdings der regionale Konsens und also auch die Zustimmung der Stadt Mönchengladbach „von immenser Bedeutung“.

Heyes bittet den Rat der Stadt Mönchengladbach daher, sich noch einmal eindringlich mit der Angelegenheit zu beschäftigen: Mönchengladbach sollte auch als Oberzentrum „im eigenen Interesse die Lebensqualität und damit auch Wachstum und Kaufkraft der umliegenden Städte und Gemeinden im Auge haben.“

(Report Anzeigenblatt)