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Als Titelverteidiger zur WM

Stadt Willich. Ab heute heißt es Daumen drücken für Birte Hohlstein-Janssen und Silke Hohlstein-Terwesten: Die Willicherinnen starten bei den Masters-Weltmeisterschaften im Synchronschwimmen im russischen Kazan. Von Lutz Schütz

Auf die WM haben sich die beiden Schwimmerinnen des Schwimmvereins Willich monatelang intensiv vorbereitet. Dabei mussten sie einige ungewöhnliche Schwierigkeiten aus dem Weg räumen.

Das fing schon beim Termin an: Eigentlich finden die Masters-Weltmeisterschaften im Schwimmen, Wasserspringen, Wasserball und Synchronschwimmen alle zwei Jahre statt. So haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer genügend Zeit, auf das nächste Ereignis zu sparen, denn mangels Sponsoren muss gerade das attraktive und anstrengende Synchronschwimmen zum größten Teil aus eigener Tasche bezahlt werden. Aus organisatorischen Gründen hat sich der Schwimmweltverband aber dazu entschlossen, die Masters-Weltmeisterschaften ab 2015 immer direkt im Anschluss an die regulären Schwimm-Weltmeisterschaften an gleicher Stelle stattfinden zu lassen.

Für die Hohlstein-Schwestern war deshalb früh klar: Nur ein Jahr nach der sensationellen Goldmedaille bei der Masters-WM im kanadischen Montréal – dem einzigen Weltmeistertitel für ganz Europa – schon wieder in die Ferne reisen? Das kommt nicht in Frage.

Im Herbst 2014 dann aber das Umdenken: „Wer weiß, wie lange wir und vor allem unsere kaputten Knochen das noch mitmachen? Sollte man da nicht jeden Wettkampf, den man noch schwimmen kann, als Geschenk annehmen?“, so Birte Hohlstein-Janssen nachdenklich.

So begann also die Vorbereitung auf die zehnte Masters-Weltmeisterschaft für die beiden. Seit 1994 haben sie nur zweimal – in Neuseeland und Australien – ausgesetzt. Ihre beeindruckende Bilanz: jedes Mal mindestens eine Medaille geholt, sechsmal sogar den WM-Titel in ihrer jeweiligen Altersklasse.

Um die Möglichkeit zu haben, ihren Titel zu verteidigen, mussten sie jedoch erst einmal Einreisegenehmigungen für Russland erhalten. „Wir mussten tatsächlich persönlich nach Bonn fahren, um dort das Visum zu beantragen, obwohl der russische Ausrichter im Vorfeld vollmundig ’vereinfachte’ Visa- und Einreisemodalitäten für die Teilnehmer der WM versprochen hatte. Die ganze Visageschichte hat uns über vier Wochen Zeit und weit über 100 Euro gekostet“, ärgert sich Birte Hohlstin-Janssen.

Kaum war die Einreise gesichert sowie Hotel und Flug gebucht, kam der nächste Schock: Kurzfristig wurde die Wettkampfdauer mehr als halbiert. „Wir hätten drei Übernachtungen sparen können, wenn wir das früher gewusst hätten“, zeigt sich Hohlstein-Janssen enttäuscht von der Organisation.

Aufgegeben haben sie trotz aller Widerstände aber nicht, im Gegensatz zu vielen anderen Synchronschwimmern aus aller Welt. Das Starterfeld in Kazan wird diesmal sehr überschaubar sein.

(StadtSpiegel)