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„Räktäk“: ein schweres Wort

„Räktäk“: ein schweres Wort
Mit Schülern auf der Bühne Shakespeare spielen - Patrick Spottiswoode hatte viel Spaß bei seiner Vorlesung im Foyer der Robert-Schuman-Europaschule. FOTO: Grammatikou
Stadt Willich. In dieser Woche war Patrick Spottiswoode, renommierter Director of Eduacation am Globe Theatre in London, zu Besuch an der Robert-Schuman-Europaschule. Für die Schüler 90 Minuten pure Unterhaltung. Von Kellys Grammatikou

Keine Frage, Patrick Spottiswoode ist ein echter Entertainer. Das konnten in dieser Woche auch die knapp 300 Oberstufenschüler der Robert-Schuman-Europaschule, des St. Bernhard-Gymnasiums und der Leonardo-da-Vinici-Schule live im Foyer des RSE miterleben. In einfachem und für alle Schüler in sehr verständlichem Englisch nahm er sein Publikum mit auf eine Reise in die Welt von Shakespeare und dem Globe-Theater des mittelalterlichen Londons. „The Globe was round“ - also das Globe-Theater war rund, erzählte der Entertainer, der aber eigentlich renommierter Director of Education am Globe Theatre in London ist. Anders als heute - in dem viele Theatersäle eben rechteckig oder quadratisch sind - das Publikum also immer von vorne auf die Bühne schaut - war das Globe des alten Londons so, dass das Publikum die Schauspieler von allen Seiten sehen konnte. „That is why, some actors had to die on stage three or four times“, erzählt er weiter. Die Schauspieler mussten also - je nach Stück - drei oder vier mal in einer Szene sterben, eben zu jeder Publikumsseite. Auch scheute ein Shakespeare nicht, einen Jungen die Rolle der Julia zu spielen oder das Frauen die Rollen alter Männer spielten. „Schauspieler zu sein in jener Zeit, war ein erbärmlicher Job, fast gleichgestellt mit dem einer Prostituierten“, erklärte er in sehr verständlichem Englisch. Entertainer Spottiswoode lief zu Hochform auf und zeigte den Schülern, wie es sich für einen Schauspieler im alten Globe gebührte, „vernünftig“ zu sterben. Heute sei das alles anders. Heute seien fast alle Spielstätten „

räktäk“. „I hate this german word“, sagte er. Tatsächlich musste man ein wenig genauer hinhören, um aus „räktäk“ Rechteck zu verstehen.

Nicht nur Patrick Spottiswoode fand gefallen am Vortrag, die Schüler wurden in seinen Vortrag eingebunden, es gab viel zu lachen und selbst auf der Bühne demonstrierte er mit den Schülern, wie Shakespeare Theater machte. Patrick Spottiswoode, der im Sommer vor allem auch beim Shakespeare-Festival in Neuss mitwirkt, war bereits zum zweiten Mal auf Einladung der RSE nach Willich gekommen. Christoph Shell, stellvertretender Schulleiter der RSE, pflegt persönlichen Kontakt zu Patrick Spottiswoode. „Ihm macht es sehr viel Spaß, die 90 Minuten mit den Schülern zu verbringen. Die Schüler erleben die Vorlesung eines ’native Speakers’ und im Rahmen des literarischen Unterrichts lernen sie so etwas über Shakespear“, erklärt Christoph Shell. Nach 90 Minuten beendete Patrick Spottiswoode seine Zeitreise zu Shakespeare und ins späte mittelalterliche London. Eine Vorlesung, die wirklich Spaß gemacht hat und Lust auf Shakespeare macht.

(Report Anzeigenblatt)